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«Liegengebliebenes Gemüse einfach so mitzunehmen, hat mit fehlendem Anstand zu tun»

In der Region sind viele Bauern mit der Gemüseernte beschäftigt. Diese fällt wegen dem regenreichen Jahr teils kleiner aus als in den Jahren zuvor. Durch die Schäden am Gemüse bleibt auch mehr auf den Feldern liegen. Dieses Gemüse ist aber nicht gratis zum Mitnehmen, sondern gehört immer noch dem Produzenten.

21.10.2021 / 12:19 / von: jis
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In diesem Jahr waren die Gemüsefelder besonders von den Sturmschäden betroffen. (Bild: z.V.G Beni Stäheli)

In diesem Jahr waren die Gemüsefelder besonders von den Sturmschäden betroffen. (Bild: z.V.G Beni Stäheli)

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«Weil die Qualitätsanforderungen an das Schweizer Gemüse sehr hoch sind, bleibt auch entsprechend viel auf den Feldern liegen», sagt Martin Zuber, Geschäftsführer der Zürcher Gemüseproduzentenvereinigung, im Interview mit RADIO TOP. In die Weiterverarbeitung kommt nur, was nicht zu klein oder zu gross sei. Auch beschädigte oder angefaulte Kartoffeln, Randen oder Rüebli werden nicht weiterverarbeitet. «Statt das unbrauchbare Gemüse in die Finger zu nehmen, bleibt es auf den Feldern liegen», so Zuber weiter.

In diesem Jahr liegt allerdings etwas mehr am Feldrand als in den Jahren zuvor. Das hat einen einfachen Grund: «Das schlechte Wetter in diesem Jahr hat dem Gemüse auf den Feldern besonders zugesetzt.» Gleicher Meinung ist auch Beni Stäheli, Gemüsebauer aus Herdern im Kanton Thurgau. «Besonders in der Ostschweiz haben viele Kulturen unter den starken Regen- und Hagelniederschlägen im Januar und Februar gelitten», sagt er gegenüber RADIO TOP.

Da weniger brauchbares Gemüse geerntet wird, steigt auch die Zahl an liegengebliebenen Nahrungsmitteln auf den Feldern. Das liegengebliebene Gemüse wird wieder in den Boden eingearbeitet und dieser wird neu bepflanzt.

«Reste gehören dem Bauer, der das Feld bepflanzt hat»

Nun stellt sich allerdings die Frage, wem das liegengebliebene Gemüse am Feldrand gehört. Hier sind sich Martin Zuber und Beni Stäheli einig. «Reste gehören dem Bauern, der das Feld bepflanzt hat», so Martin Zuber. Auch für Beni Stäheli ist klar: «Wer liegengebliebenes Gemüse einfach so mitnimmt und dem Bauern nicht kurz Bescheid sagt, dem fehlt es ein Stück weit an Anstand».

Für viele Bauern in der Region sei es kein Problem, das liegengebliebene Gemüse abzugeben oder sogar selbst zu verwerten. «Wir haben bei uns auf dem Hof im letzten Jahr eine Aktion gestartet, bei der Interessenten übrig gebliebenes Gemüse abholen konnten. Ich war erstaunt, wie viele Leute sich die Taschen gefüllt haben», so Stäheli. Den Direktverkauf ab Hof befürwortet der Bauer. «Ich habe Mühe mit dem Gratiskonsum. Direktverkauf ab Hof finde ich eine tolle Sache, aber sich einfach ohne zu fragen oder Bescheid zu sagen, am Feld zu bedienen, ist uns gegenüber nicht fair», sagt er weiter.

Im Beitrag von RADIO TOP erklärt der Bauer Beni Stäheli aus Herdern im Kanton Thurgau, warum ein Gemüsefeld nicht zum Gratiskonsum einladen sollte:

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S.F
am 24.10.2021 um 08:33
Viele Bauer würden wahrscheinlich sagen , dass man es hilen darf. Aber es hst mit Anstand zu tun, zuerst den Bauer zu fragen
A.I.
am 22.10.2021 um 08:53
Viele wären froh darum! Warum noch Geld machen damit wenn es eh untergegraben wird. Ich versteh wirklich manchmal die Welt nicht mehr. Eine Schande dass man famit auch noch Geld machen muss.
Y.M.
am 21.10.2021 um 16:48
Früher in den 80igern 90 Jahren Jahren durften wir nachdem die Erbsen geerntet wurden, das Feld nachputzen. Der Bauer wartete extra 1-2 Tage länger je nach Bedarf, bis er pflügte, oder er machte ein Plakat, dass man Bohnen die nicht der Norm entsprachen von - bis ernten durfte. Das waren jeweils lustig, das halbe Dorf war anzutreffen, und für eine Junge Familie mit Kinder Gold wert! Heute wird alles verboten, oder weiss was. Traurig diese Gesellschaft. Lieber Esswaren kaputt gehen lassen! Was für eine Schande