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Nach homophober Störaktion: Stadtzürcher Politiker unterzeichnen Vorstoss

Im Zürcher Stadtparlament haben Politikerinnen und Politiker einen Vorstoss gegen rechtsextreme Gewalt eingereicht, welcher von 60 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten mitunterzeichnet worden ist. Von AL bis SVP.

27.06.2022 / 07:38 / von: kwi/evo
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Männer der «Jungen Tat» rennen nach der Störaktion in der St. Peter und Paul Kirche in Aussersihl ZH davon. (Bild: FACEBOOK/Zurich Pride)

Vermummte Männer, die vermutlich der «Jungen Tat» angehören, rennen nach der Störaktion in der St. Peter und Paul Kirche in Aussersihl ZH davon. (Bild: FACEBOOK/Zurich Pride)

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Nach der homophoben Störaktion am Pride-Gottesdienst in Zürich reichten SP-Gemeinderätin Anna Graff und der Grüne Dominik Waser eine dringliche schriftliche Anfrage ein, wie die NZZ schreibt. Der Vorstoss bringt eine seltene Einigkeit in der Stadtzürcher Politik hervor. Von AL bis SVP haben Mitglieder sämtlicher Parteien den Vorstoss gegen rechtsextreme Gewalt unterzeichnet.

TELE TOP hat nachgefragt, warum dieser Vorstoss eingereicht wurde und weshalb einzelne Gemeinderatsmitglieder den Vorstoss in dieser Form nicht gutheissen:

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Einer, der die Anfrage nicht unterzeichnete, ist SVP-Gemeinderat Stefan Urech. Er ist der Meinung, die Anfrage sei zu spezifisch und würde dem breiten Spektrum, aus dem Gewalt hervorginge, nicht gerecht werden. Stattdessen würde er sich eine Aufarbeitung sämtlicher politisch und religiös motivierter Gewalttaten wünschen, daher lehnt er die Anfrage in dieser Form ab.

Aktion wird der «Jungen Tat» zugeschrieben

Vermummte junge Männer hatten am Sonntag vor einer Woche im Zürcher Stadtteil Aussersihl den Gottesdienst der «Zurich Pride» gestürmt mit einem Holzkreuz «No Pride Month». Gottesdienstbesucher stellten sich den Männern in den Weg, sodass diese nicht in die Kirche gelangen konnten. Anschliessend rannten sie weg. Hinter der Störaktion stecken mutmasslich Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung Junge Tat, die in den vergangenen Monaten immer wieder mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten Negativschlagzeilen auslöste.

Die Stadtpolizei hat nach dem Vorfall am Pride-Gottesdienst Ermittlungen aufgenommen. Darüber, ob bereits Tatverdächtige eruiert werden konnten, macht die Polizei gegenüber der NZZ bis anhin allerdings keine Angaben.

Rechtsextreme Szene vermehrt aktiv

Dass die rechtsextreme Szene wieder vermehrt aktiv sei, habe man am Wochenende nicht nur am Gottesdienst, sondern auch in Rüti ZH gesehen. Dutzende Neonazis aus Deutschland, Frankreich, Ungarn und der Schweiz trafen sich in der Zürcher Oberländer Gemeinde in einem Pfadiheim zu einem Hass-Konzert.

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