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Obergericht verschärft Urteil gegen Vergewaltiger

War es einvernehmlicher Sex oder Vergewaltigung am Bahnhof in Langnau? Für die Oberrichter eine klare Sache. Sie erhöhen die Strafe des 27-jährigen Täters.

18.06.2019 / 07:35 / von: mma
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Das Zürcher Obergericht erhöhte die vorinstanzliche Strafe gegen den mittlerweile 27-Jährigen. (Bild: RADIO TOP/Peter Hanselmann)

Das Zürcher Obergericht erhöhte die vorinstanzliche Strafe gegen den mittlerweile 27-Jährigen. (Bild: RADIO TOP/Peter Hanselmann)

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Das Zürcher Obergericht erhöht die vorinstanzliche Strafe des 27 Jährigen, der 2017 in Langnau eine Frau am Bahnhof vergewaltigt haben soll. Die Richter verweisen den Mann, der zum Tatzeitpunkt mit seiner Familie im Durchgangszentrum Adliswil lebte, zehn Jahre des Landes. Zudem wurde die Haftstrafe erhöht. Dies schreibt die «NZZ» am Dienstag.

Im vorinstanzlichen Prozess am Bezirksgericht Horgen, bei welchem er zu einer Strafe von 49 Monaten und einem Landesverweis von neun Jahren verurteilt wurde, schwieg sich der Beschuldigte aus. Im Berufungsprozess änderten er und seine Verteidigung die Strategie. Er gibt zwar Antworten, jedoch nur schwammig. Er verwies darauf, dass die Frau ihn angesprochen und angelächelt hätte. Sie habe Kokain gewollt und ihm dafür Sex angeboten. Zudem seien beide betrunken gewesen. Er sei bereit, auf das heilige Buch zu schwören, dass sie Sex von ihm verlangt habe. Den Diebstahl gab er zu. Dass sie ihn falsch beschuldige, sei vermutlich die Rache dafür, dass er ihr keine Drogen gegeben und ihren Rucksack gestohlen habe.

Mutmassliches Opfer diskreditiert

Die Verteidigung forderte einen Freispruch aus formellen Gründen, weil die Belehrung über den Gegenstand des Strafverfahrens gegen seinen Mandanten nicht genügend präzisiert gewesen und der Mann nie gültig einvernommen worden sei. Doch der Anwalt war von Anfang an bei jeder Einvernahme anwesend und habe nie interveniert, heisst es seitens des Gerichts. Im Übrigen versuchte der Verteidiger in seinem Plädoyer vor allem das Opfer zu diskreditieren, was insbesondere von der Geschädigtenvertreterin kritisiert wird.

Es war eine regnerische Nacht, als die Tat im August 2017 verübt wurde. Der Beschuldigte und eine damals 20-jährige Touristin kamen in einem fast leeren Wagen der S4 miteinander ins Gespräch. Als die junge Frau ausstieg, folgte ihr der Mann. Laut Anklage packte er sie von hinten, warf sie auf die Treppe der Unterführung und vergewaltigte sie im Regen. Der Täter klaute danach auch den Rucksack der Touristin sowie ihr Handy. Zwei Tage später wurde der Mann, der mit Frau und Kindern im Durchgangszentrum Adliswil wohnte, verhaftet. Er stritt die Tat zunächst ab, wurde aber aufgrund einer DNA-Analyse überführt.

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