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Piloten wollen keine aussergerichtliche Einigung

Seit dem 1. April 2022 fliegen die Piloten der Swiss ohne gültigen Gesamtarbeitsvertrag. Die beiden Parteien konnten sich in den Verhandlungen aufgrund von unrealistischen Forderungen der Geschäftsleitung nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Darum stimmen die Piloten über eine Arbeitsniederlegung ab.

27.09.2022 / 11:58 / von: cfi/sda/ame
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Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot der Airline abgelehnt. (Symbolbild: KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot der Airline abgelehnt. (Symbolbild: KEYSTONE/Valentin Flauraud)

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Die Swiss hatte ihren Piloten vergangene Woche eine aussergerichtliche Schlichtung vorgeschlagen. Auf diese wollen die Piloten nicht eingehen. «Wir zweifeln an der Ernsthaftigkeit der geäusserten Absicht, mit diesem Vorschlag den Weg zu einem neuen Piloten GAV zu ebnen», wird Aeropers-Präsident Clemens Kopetz in der Mitteilung zitiert. Die Piloten kritisieren, dass die Swiss zweimal eine von Aeropers angebotene Mediation oder Schlichtung ausgeschlagen habe.


Das vorgeschlagene Schlichtungsverfahren, das 45 Tage hätte in Anspruch nehmen sollen, hat in den Augen der Piloten keinen Zweck: «Die ungewisse Phase für die Pilotinnen und Piloten der Swiss um viele Wochen zu verlängern um am Ende nur eine unverbindliche Schlichtungsempfehlung vorliegen zu haben, bringt uns einem neuen GAV keinen Schritt näher und ist nicht zielführend», so der Pilotenpräsident.


Stattdessen schlägt er vor, sich mit dem Swiss-Chef Dieter Vranckx in eine «abschliessende Verhandlungsrunde im kleinen Führungskreis» zu begeben. Dort solle der «bereits viel zu langen und für beide Seiten unproduktiven Verhandlungsprozess zeitnah zu einem erfolgreichen Abschluss» gebracht werden, so Kopetz.


Die Piloten hätten zudem für Donnerstag einen Protestmarsch durch Kloten geplant.

Streik in den Herbstferien angedroht

Bald könnte es jedoch zu einem richtigen Streik kommen. Denn die Piloten haben bereits vor knapp zwei Wochen angekündigt, dass sie möglicherweise ab dem 17. Oktober die Arbeit niederlegen werden. Diese Pläne bekräftigen sie nun in der Mitteilung. Die Abstimmung über einen möglichen Streik läuft noch bis am 16. Oktober.

Die Geschäftsleitung der Swiss müsse in dem von Aeropers vorgeschlagenen «High-Level-Treffen» zwischen Vranckx und Kopetz «mit einem zeitgemässen Angebot auf ihre Pilotinnen und Piloten zugehen», heisst es. Falls bei dem Gespräch nichts zustande komme, seien «ab dem 17. Oktober Kampfmassnahmen möglich».

Solche würden die Swiss wohl hart treffen, denn dann sind in vielen Kantonen noch Herbstferien. Die Piloten geben jedoch an, eine Lösung am Verhandlungstisch zu bevorzugen.

 

Swiss verteidigt sich


Swiss-Sprecherin Karin Montani verteidigt das Vorgehen der Swiss, ein Schlichtungsverfahren angestossen zu haben, obwohl sie Mediationsvorschläge seitens Aeropers mehrfach abgelehnt hat: «Im Unterschied zu damals ist der Verhandlungsstand ein komplett anderer. Damals gab es noch einen laufenden Gesamtarbeitsvertrag und Spielräume für Lösungen», so Montani. Hinzu komme, dass Aeropers mit Streik drohe.


Die Fluggesellschaft bedaure es sehr, dass der Vorstand des Pilotenverbandes den Schlichtungsvorschlag abgelehnt habe, sagt Swiss-Sprecherin Montani weiter. «Das durch Experten begleitete Verfahren wäre eine Chance gewesen für beide Parteien und insbesondere auch im Sinne unserer Kundinnen und Kunden, die bisher ergebnislosen Verhandlungen in eine kompromissfähige Richtung zu führen», so Montani.

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