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Prozess gegen Andrea Stauffacher: Zürcher Linksautonome ist abwesend

Der Prozess am Bundesstrafgericht in Bellinzona gegen die Zürcher Linksautonome Andrea Stauffacher hat mit ihrer Abwesenheit begonnen. Sie steht vor Gericht unter anderem wegen eines Angriffs auf das türkische Konsulat und einer Ausschreitung an einer «Black Lives Matter»-Demonstration.

18.11.2021 / 12:02 / von: sda/nzu
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Die Angeklagte Andrea Stauffacher ist am Donnerstag nicht im Gericht erschienen. (Symbolbild: KEYSTONE/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI)

Die Angeklagte Andrea Stauffacher ist am Donnerstag nicht im Gericht erschienen. (Symbolbild: KEYSTONE/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI)

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Vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona ist am ersten Prozesstag das Beweisverfahren in Abwesenheit den angeklagten Andrea Stauffacher durchgeführt worden. Falls die Angeklagte auch am Freitag nicht erscheint, wird der Hauptprozess in ihrer Abwesenheit geführt.

Im Beweisverfahren gab ein Polizeibeamter der Stadtpolizei Zürich an, dass Stauffacher ihn bei einer Personenkontrolle an der unbewilligten Demonstration vom 6. Juni 2020 zum Thema «Black Lives Matter» in Zürich mit Füssen und Armen geschlagen habe.

Zudem zeigte sich der Polizist überzeugt, dass Stauffacher anderen Demonstranten «Anweisungen» gegeben habe, um ihn an seiner Arbeit zu hindern. So sei ein Velofahrer, mit dem die Angeklagte kurz davor gesprochen und dabei auf ihn gezeigt habe, dem Polizisten ins Knie gefahren.

Ausserdem habe die Angeklagte «Tempo!» gerufen, um die Demonstration anzuheizen. Nach der «Arretierung» der Angeklagten sei die Demonstration «sehr friedlich und normal» verlaufen, sagte der Polizist.

«Wichtige Identitätskontrolle»

Auf die Frage des Verteidigers, weshalb er überhaupt eine Personenkontrolle vorgenommen habe, sagte der Angehörige der Stadtpolizei Zürich, es sei an einer Demonstration wichtig, «die Identitäten zu klären». Er habe «im Sinne einer Gefahrenabwehr» gehandelt - auch, um das überwiegend junge und friedlich agierende Publikum zu schützen.

Gemäss Aussagen des Polizisten schlug Stauffacher auch bei einer zweiten Demonstration am 13. Juni 2020 um sich. Zudem habe sie mit Hilfe weiterer Personen die Blockade eines Kastenwagens koordiniert.

Ein zweiter Zeuge - ebenfalls ein Polizeibeamter der Stadt Zürich - schilderte die Geschehnisse an einer weiteren unbewilligten Kundgebung beim türkischen Konsulat in Zürich. Demnach habe die Angeklagte ihm und seinen drei Berufskollegen am 23. Februar 2018 den Mittelfinger gezeigt und sie wiederholt als «Marionetten» bezeichnet.

Die Angeklagte ist am ersten Prozesstag trotz Vorladung nicht vor dem Bundesstrafgericht erschienen. Falls sie auch am Freitag nicht vor Gericht erscheint, wird der Hauptprozess in ihrer Abwesenheit geführt.

Der Zürcher Linksautonomen Andrea Stauffacher wird Beschimpfung, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Hinderung einer Amtshandlung, unbefugter Verkehr sowie Verstoss gegen die Covid-19-Verordnung 2 vorgeworfen.

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