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Prozesse bei Flugsicherung sollen nicht Alltag werden

Ein Fluglotse ist wegen einer Unachtsamkeit in Zürich zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden. Anwälte warnen vor zu vielen Gerichtsverfahren gegen Fluglotsen oder Piloten. Dies sei nicht förderlich für die Branche.

12.12.2018 / 20:25 / von: meg
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Ein Fluglotse muss eine bedingte Geldstrafe zahlen, weil es zwischen zwei Flugzeugen beinahe zu einem Crash kam (Bild: Flughafen Zürich AG)

Ein Fluglotse muss eine bedingte Geldstrafe zahlen, weil es zwischen zwei Flugzeugen beinahe zu einem Crash kam (Bild: Flughafen Zürich AG)

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Der Vorfall, der zum Prozess führte, war vor sieben Jahren. Ein Fluglotse liess zwei Flieger in Zürich kurz nach einander starten. Deren Wege hätten sich aber kurz nach dem Start gekreuzt. Ein Pilot bemerkte dies und brach das Start-Prozedere ab.

Das Bezirksgericht Bülach sprach den Fluglotsen frei. Die Staatsanwaltschaft zog das Urteil aber an die nächste Instanz, das Zürcher Obergericht, weiter. Rolf Jäger, der leitende Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland sagt: «Wir wollen Richtlinien, dass wir wissen, wie wir mit solchen Fällen in Zukunft umgehen sollen. So einen Fall gab es vorher im Kanton Zürich noch nie.» Sie wollten nicht nur die Meinung vom Bezirksgericht hören, sondern auch diejenige des Obergerichts.

Nun hat das Obergericht das Urteil gekippt und den Fluglotsen zu einer bedingten Geldstraffe verurteilt. Dies wegen vorlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs. Der Zürcher Anwalt Martin Steiger sagt, dies sei ein wegweisendes Urteil und kritisiert es gleichzeitig. Er sagt: «Bei der Flugsicherung werden Fehler häufig freiwillig gemeldet und anschliessend wird darüber diskutiert. Wenn nun vermehrt Verfahren eröffnet werden, könnte dies zu einer Vertuschungskultur führen.»

Der RADIO TOP Beitrag zu dem Urteil des Zürcher Obergerichts:

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Die Staatsanwaltschaft stellt klar, dass dies nicht das Ziel sei. Sie würden nur bei groben Fehlern eingreifen. Und dieser Fall sei ein grober Fehler, denn es hätten hunderte Passagiere verletzt oder gar sterben können.

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