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Publikum darf beim «Zürcher Filmpreis» nicht mehr mitreden

Die Zürcher Filmstiftung hat im Rahmen des letztjährigen Zurich Film Festival (ZFF) erstmals den «Zürcher Filmpreis» verliehen. Bereits für die zweite Verleihung ändert die Stiftung nun ihre Praxis. Wesentliche Neuerung ist, dass künftig auf eine Publikumsjury verzichtet wird.

14.02.2020 / 18:06 / von: sda/mco
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Am 14.Zurich Film Festival hatten neben internationalen Promis auch heimische Grössen ihre Aufwartung gemacht. (Archivbild: CREDIT: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Am 14.Zurich Film Festival hatten neben internationalen Promis auch heimische Grössen ihre Aufwartung gemacht. (Archivbild: CREDIT: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Neu wird nur noch eine Fachjury über die Preisvergabe entscheiden, wie die Zürcher Filmstiftung am Freitag mitteilte.

Zwei Gründe haben die Stiftung zu dieser Änderung bewogen. So besteht das Problem, dass für Publikumsjurys die Filme öffentlich vorgeführt werden müssen; diese können jedoch terminlich mit den Premieren an Festivals kollidieren, wie Julia Krättli, Geschäftsführerin der Zürcher Filmstiftung gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ausführt. Mit dem Verzicht auf die Publikumsjury überlasse man nun den Produzenten und Verleihern, wann sie einen Film erstmals öffentlich zeigen wollen.

Zudem bedinge eine Publikumsjury eine gewisse Anzahl an Zuschauerinnen und Zuschauern, um die Auswahl gut abzustützen. Bei der ersten Preisverleihung im vergangenen Jahr war die Zahl der Zuschauer, die über den Preis geurteilt haben, zu klein.

Verleihung nach dem ZFF

Die zweite Neuerung, die die Zürcher Filmstiftung kommunizierte, betrifft den Zeitpunkt und die Form der Verleihung. Wurde der Preis 2019 im Rahmen des ZFF verliehen, wird die Auszeichnung 2020 erst nach dem Festival, Anfang November, vergeben. "Im letzten Jahr haben wir für die Publikumsjury die Synergie mit dem ZFF genutzt. Weil wir nun auf Juroren aus dem Publikum verzichten, sind wir zeitlich frei", begründet Krättli.

Die Stiftung orientiert sich neu an den Filmpreisverleihungen anderer Kantone wie Bern und Basel. Zudem bestehe mit diesem Termin die Möglichkeit, dass der Zürcher Filmpreis zum Gradmesser für den Schweizer Filmpreis werde; denn die eingereichten Filme seien zu einem grossen Teil deckungsgleich, wie es in der Mitteilung heisst. Wie genau die Veranstaltung gestaltet wird, soll sich im Verlauf des Jahres entscheiden.

Mit den Neuerungen zur Preisverleihung geht die Filmstiftung auf Kritik an der ersten Preisverleihung ein. Das Verfahren im ersten Jahr habe den Stresstest nicht bestanden, so die Stiftung.

Weiterhin wird jeweils eine dreiköpfige Fachjury über den Kurzfilm, den langen Dokumentarfilm und den langen Spielfilm befinden. In jeder der drei Kategorien gibt es eine Auszeichnung für den besten Film.

Preisgeld bleibt unverändert

Neu wird sein, dass jede Jury zusätzlich zwei besondere Leistungen auszeichnet, beispielsweise für Kamera, Musik, Schnitt, Drehbuch, Schauspiel und weitere am Film beteiligte Personen. "Der Zürcher Filmpreis trägt damit dem Umstand Rechnung, dass jedes Filmwerk nur durch die Zusammenarbeit vieler Beteiligter entsteht", schreibt die Filmstiftung.

Insgesamt werden unverändert 100'000 Franken Preisgeld vergeben. Der beste Film in den Kategorien Dokumentarfilm und Spielfilm ist mit jeweils 20'000 Franken dotiert, die Auszeichnungen für besondere Leistungen mit 10'000 Franken. In der Kategorie Kurzfilm erhält der beste Film 10'000 Franken, die ausgezeichneten Personen 5000 Franken.

Welche Fachpersonen 2020 in den Jurys sitzen werden, soll Anfang Sommer bekannt gegeben werden, zeitgleich mit der Ausschreibung für die "Zürcher Filmpreise".

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