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Schweizer Spitäler rentieren nicht

Die Schweizer Spitäler waren 2020 wenig profitabel. Kaum ein grosses Spital erreicht den anzustrebenden EBITDA-Wert von zehn Prozent.

04.08.2021 / 16:27 / von: asl
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Die Renditen der Spitäler lagen vergangenes Jahr im Keller. (Symbolbild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Die Renditen der Spitäler lagen vergangenes Jahr im Keller. (Symbolbild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

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Die Spitäler in der Schweiz rentieren weniger denn je. Die Online-Plattform für die Gesundheitsbranche «Medinside» hat die EBITDA-Marge 2020 von 29 grossen Schweizer Spitälern ausgewertet. Diese Marge sollte zehn Prozent betragen, damit die Möglichkeit gegeben ist, dass sich ein Spital langfristig aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Gemäss der Auswertung erreichen dies jedoch nur zwei Spitäler: die der Hirslanden Gruppe und das Spital Limmat.

Bei allen andern fällt die Marge unter zehn Prozent. Das Spital Thurgau erreicht die erwünschte EBITDA-Marge nur knapp nicht. Die Spitäler Schaffhausen, das Kantonsspital Winterthur, das Universitätsspital Zürich und die St.Galler Spitäler erreichen diese ebenfalls nicht. 2019 haben noch sechs Spitäler die Grenze von zehn Prozent geknackt.

Schliessungen und Fusionen

«Das Behandlungsverbot im Frühjahr 2020 hat auf die Finanzsituation der Spitäler und Kliniken einen grossen Einfluss gehabt und wirkt sich auch auf ihre EBITDA-Margen aus», sagte Anne-Geneviève Bütikofer, Direktorin von Hplus, gegenüber dem Online-Portal. Diese schlechten Margen könnten, nach Befürchtungen von Bütikofer, dazu führen, dass die Spitallandschaft und Gesundheitsversorgung gefährdet sein könnten.

Wenn nach dem Corona-Jahr 2020 noch mehr Spitäler es nicht schaffen, eine nachhaltige Selbstfinanzierung zu erreichen, könnte dies dazu führen, dass Spitäler geschlossen oder zusammengelegt werden müssten. Ebenfalls könnte es bedeuten, dass die Kantone und Trägergemeinden mehr Steuergelder einsetzen müssten. Kaum realistisch dürfte gemäss «Medinside» jedoch sein, dass die Spitäler für ihre Leistungen mehr Geld verlangen würden.

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Marthies
am 05.08.2021 um 15:32
@m.sigg ; dem Staat, resp dem Kanton ZH gehören nur zwei der zahlreichen Spitäler und denen geht es sehr gut, darauf achtet der Staat schon bei der Vergabe der Leistungsaufträge. Die Privaten Spitäler sind es die Probleme mit der aktuellen Situation haben. Auch ein Spital muss Gewinn erwirtschaften damit es diesen wieder in zB moderne Infrastruktur investieren kann.
M.Sigg
am 04.08.2021 um 17:49
Rentieren ? - eine schwarze Null genügt; oder muss der Staat, Kanton auch noch im Gesundheitswesen abgarnieren ?!