Pull down to refresh...
zurück

Selenski spricht virtuell an der Universität Zürich

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski beantwortete per Liveschaltung an der Universität Zürich Fragen von Studierenden, Journalisten und Politikern. Dabei machte ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung.

30.09.2022 / 07:13 / von: nvi
Seite drucken Kommentare
0
Am Donnerstagnachmittag hatten Studierende an der Universität Zürich die Möglichkeit, den ukrainischen Präsidenten mit Fragen zu löchern. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Am Donnerstagnachmittag hatten Studierende an der Universität Zürich die Möglichkeit, den ukrainischen Präsidenten mit Fragen zu löchern. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Der Hörsaal an der Universität Zürich war rappevoll. Kein Wunder, es sprach kein geringerer als der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski zu den Studierenden. Er wurde vom Europainstitut eingeladen, per Liveschaltung einen öffentlichen Vortrag zu halten. Neben den vielen Schweizer Studentinnen und Studenten haben auch viele ukrainische Studierende den Weg in den Hérsaal gefunden. So viele, dass der ebenfalls anwesende ukrainische Botschafter Artem Rybchenko den Saal auf ukrainisch begrüsste. 

Wie der Tages-Anzeiger schreibt, sei Selenski um Punkt 17 Uhr auf dem Screen erschienen und sogleich mit einer Standing Ovation begrüsst worden. «Kämpfst du, oder flüchtest du? Das ist die wichtige Frage hier», begann er seine Rede. Dann sei der Ton ausgefallen. Aufgrund des technischen Problems habe der Präsident darauf vorgeschlagen auf seine Rede zu verzichten und gleich mit der Fragerunde weiterzumachen. 

Die Studierenden begannen mit der Frage: Was wären seine Wünsche an die Schweiz? Er würde sich freuen, wenn die Schweiz der Ukraine helfen würde, russische Vermögen zu blockieren. «Wir als Ukraine sind berechtigt, für den Angriff kompensiert zu werden.» Zudem müsse die Schweiz ihre Neutralität überdenken. «Wenn es um Gut oder Böse geht, wie jetzt, dann ist es Zeit für eine Änderung», so der Präsident. 

Selenski habe schon genaue Vorstellungen, wie es für die Ukraine nach dem Krieg weitergehe. Für ihn sei klar, die Ukraine gehöre in die EU. Zudem wolle er die Digitalisierung noch weiter vorantreiben. Die Ukraine habe sich an die moderne Welt angepasst – «bei uns kann man sogar online heiraten», scherzte er.

Auch der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr, liess es sich nicht nehmen, dem ukrainischen Präsidenten eine Frage zu stellen. «Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?» Selenski antwortete, er sei immer inspiriert von den Menschen, die ihn umgäben. Manche hielten die Angriffe und die Geschosse Russlands mit ihren nackten Händen. Ausserdem motiviere ihn, dass Europa vereint auftrete und damit ein Zeichen setze für die Demokratie.

Als am Ende auch noch der Simultanübersetzer aufgab, weil ständig der Ton ausfiel, fuhr Selenski auf Englisch fort: Die Schweiz habe er besonders schön in Erinnerung. Er habe realisiert, dass er die Ukraine so sehr liebe. «Ich werde alles geben, damit wir wie ihr in der Schweiz leben können.» Der Präsident verabschiedete sich, zur Stimmung passend, mit einem Witz: Er würde der Schweiz jedoch Techniker und Soundspezialisten schicken. Er wolle sich aber nicht beklagen, so habe er immerhin sein Englisch üben können.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare