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SP wirft ZVV Wortbruch vor

Die Ticketverkaufsstellen am Schwamendinger- und am Goldbrunnenplatz in Zürich werden per Ende Jahr definitiv geschlossen. Die Zürcher Linke wirft dem ZVV an einer Protestaktion Wortbruch vor.

15.12.2018 / 19:24 / von: gvb
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Die Demonstranten platzieren sich in einem virtuellen Tram. (Bild: Screenshot TELE TOP)

Die Demonstranten platzieren sich in einem virtuellen Tram. (Bild: Screenshot TELE TOP)

Mit roten Stühlen haben die Demonstranten ein Tram nachgebaut. Zuvorderst der Tramchauffeur. Dahinter die aufgebrachten SP-Passagiere. «Information der Züri Linie», so beginnt der SP-Steuermann wie ein ZVV-Chauffeur seine Durchsage. Er informiert mit diesem kleinen Schauspiel seine Passagiere über die Schliessung der Ticketeria am Schwamendingerplatz. Die SP-Schar in seinem Rücken quittierte die Ansage mit lautem Buhrufen.

Was wirkt wie eine Szene aus einer Volkskomödie hat einen ernsten Hintergrund: Der ZVV schliesst den Ticketverkaufsschalter aus wirtschaftlichen Gründen, trotz hängigem Postulat im Zürcher Kantonsrat. Dies zum Unmut der Postulatstellerin, Birgit Tognella-Geertsen (SP). Sie wirft dem ZVV Wortbruch vor: «Der ZVV hat wahrscheinlich Angst, dass im Rat eine Mehrheit zustande kommt.» Eine Mehrheit ist durchaus realistisch, hat sich doch für die Erhaltung der Ticketverkaufsstellen eine unheilige Allianz aus SP, CVP und SVP zusammengefunden.

Der ZVV hingegen relativiert: Es sei immer klar gewesen, dass die Verkaufsstellen am Goldbrunnen- sowie am Schwamendingerplatz per Ende Jahr geschlossen werden. Nur noch jedes zehnte Ticket wird am Schalter bezogen, das löse grossen Aufwand pro Ticket aus. Die Antwort des Regierungsrates auf das Postulat zeigt, dass der finanzielle Aufwand für einen Billetverkauf am Schalter 26x grösser sei als beim Online-Kauf. In Zahlen: Ein Ticket am Schalter kostet 5.20 Franken, am Billetautomaten 0.90 Franken und online gar nur 0.20 Franken.

Doch dies solle man sich leisten, findet Tognella-Geertsen. Einige Billete könnten nur am Schalter bezogen werden. An den verbleibenden Schaltern, etwa in Oerlikon oder am Paradeplatz, warte man nicht selten 20 Minuten.

Der ZVV verweist auf sein Strategiepapier, das der Kantonsrat und auch Tognella-Geertsen klar verabschiedet haben. In diesem sei vorgesehen, dass vor allem die Onlineschalter priorisiert werden.

TELE TOP hat die Kundgebung am Schwamendingerplatz besucht:

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