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Spital Uster in Geldnot: Fusionsabstimmung verschoben

Während das Spital Uster mit finanziellen Problemen kämpft, ist das Spital Wetzikon gut unterwegs. Das bringt das Beteiligungsverhältnis der Spitäler ins Wanken. Uster muss das Spital erst wieder rentabel machen, erst dann kann über eine Fusion abgestimmt werden.

21.07.2020 / 15:00 / von: mle
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Die Abstimmung über die Fusion der Spitäler Uster und Wetzikon ist auf den Frühling 2021 verschoben worden. (Bild: GZO Spital Wetzikon)

Die Abstimmung über die Fusion der Spitäler Uster und Wetzikon ist auf den Frühling 2021 verschoben worden. (Bild: GZO Spital Wetzikon)

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Eigentlich hätte im September 2020 über die Fusion der Spitäler Uster und Wetzikon abgestimmt werden sollen. Doch wie die beiden Spitäler am Dienstag schreiben, wird die Abstimmung auf den Frühling 2021 verschoben. 

Grund dafür sei, dass das Beteiligungsverhältnis der beiden Spitäler ins Wanken geraten ist. Dazu geführt hat die finanzielle Schieflage des Spitals Uster. Der Verwaltungsrat des Spitals Uster habe im Laufe des Jahres 2019 festgestellt, dass sich das Betriebsergebnis «ungünstig entwickelt». Er habe Gegenmassnahmen veranlasst und sei zuversichtlich gewesen, dass diese bereits 2019, sicher aber 2020 greifen würden. Verwaltungsratspräsident Reinhard Giger hält in der Medienmitteilung fest: «Das war, wie wir im Rückblick sehen, eine Fehleinschätzung.»

RADIO TOP hat an einem Medientermin mit dem Verwaltungsratspräsidenten Reinhard Giger über die Situation gesprochen:

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Anteile gleich
mässig teilen nicht mehr möglich

Die ungünstige Unternehmensentwicklung führe dazu, dass die Wertquoten das vertraglich festgesetzte Verhältnis von 50 zu 50 nicht mehr spiegeln. Konkret heisst das: Das Spital Uster hat an Wert verloren. Das Spital Wetzikon hingegen verzeichne im Geschäftsjahr 2019 einen «soliden positiven Unternehmenserfolg».

Weiter betont Reinhard Giger in der Mitteilung: «Wir sind uns bewusst, dass wir damit all jene enttäuschen, die sich mit viel Engagement für die gemeinsame Sache eingesetzt haben und entschuldigen uns in aller Form. Wir schöpfen aus der bisherigen Arbeit aber auch das Vertrauen, die Fusion im Frühjahr 2021 doch noch möglich zu machen. Denn an der Absicht zu fusionieren, hat sich nichts geändert.»

Das Spital Uster werde strategische Massnahmenpakete einleiten mit dem Ziel, das Spital wieder rentabel zu machen. Unterdessen würden die Arbeiten zur Weiterentwicklung des medizinischen Modells in den Fachgruppen weiter laufen. 

Beide Spitäler halten an der Absicht zur Spitalfusion fest

Das Vorgehen sei mit den Verwaltungsräten der GZO AG Spital Wetzikon und des Spital Usters diskutiert und im Konsens entschieden worden. Jörg Kündig, Verwaltungsratspräsident GZO Spital Wetzikon, bringt in der Mitteilung sein Bedauern zum Ausdruck und betont: «Die Neubeurteilung durch die Prüfungsfirmen rechtfertigt ein Austauschverhältnis 50/50 leider nicht mehr. In den kommenden Monaten muss es deshalb darum gehen, mit geeigneten Massnahmen dieses doch noch möglich zu machen, sodass die Fusion gelingt.»

Denn die Bedeutung der Fusion für eine zukunftssichere und integrierte Gesundheitsversorgung des Glattals und des Zürcher Oberlands sei für beide Parteien unbestritten.

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