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Stadt Zürich wird erste Schweizer Schwammstadt

Für ein besseres Stadtklima auch in heissen Sommern will die Stadt Zürich künftig mehr Regenwasser zurückhalten. Dieses soll dann über Bäume verdunstet werden. An der Giessereistrasse in Zürich-West wird dazu ein Pilotprojekt durchgeführt.

03.12.2020 / 16:45 / von: mle/sbr/sda
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Stadtrat Richard Wolff inspiziert das schwammtaugliche Substrat. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Stadtrat Richard Wolff inspiziert das schwammtaugliche Substrat. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Anschliessend hilft er mit der Schaufel beim Baum einpflanzen mit. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Anschliessend hilft er mit der Schaufel beim Baum einpflanzen mit. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Die Giessereistrasse vor dem Umbau für das Pilotprojekt Schwammstadt. (Bild: Stadt Zürich)

Die Giessereistrasse vor dem Umbau für das Pilotprojekt Schwammstadt. (Bild: Stadt Zürich)

Die Giessereistrasse nach dem Umbau für das Pilotprojekt Schwammstadt. (Bild: Stadt Zürich)

Die Giessereistrasse nach dem Umbau für das Pilotprojekt Schwammstadt. (Bild: Stadt Zürich)

Im Sommer wird der Schlammsammler geschlossen und der Randstein ist offen. (Bild: Stadt Zürich)

Im Sommer wird der Schlammsammler geschlossen und der Randstein ist offen. (Bild: Stadt Zürich)

Wegen dem salzbelasteten Wasser ist der Schlammsammler im Winter offen und der Randstein zu. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Wegen dem salzbelasteten Wasser ist der Schlammsammler im Winter offen und der Randstein zu. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Nebst drei verschiedenen Baumarten gibt es auch viele verschiedene Pflanzen, die sich für die Region an der Giessereistrasse eignen. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Nebst drei verschiedenen Baumarten gibt es auch viele verschiedene Pflanzen, die sich für die Region an der Giessereistrasse eignen. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Die Giessereistrasse ist der erste Schwammstadt-Abschnitt in Zürich. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Die Giessereistrasse ist der erste Schwammstadt-Abschnitt in Zürich. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

Stadtrat Richard Wolff am Donnerstag vor den Medien. (Bild: RADIO TOP/Stephanie Brändle)

Stadtrat Richard Wolff am Donnerstag vor den Medien. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

An der Giessereistrasse wurden Ulmen, silber Weiden und Lederhülsenbäume gepflanzt. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

An der Giessereistrasse wurden Ulmen, silber Weiden und Lederhülsenbäume gepflanzt. (Bild: RADIO TOP/ Stephanie Brändle)

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Das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement versucht, Elemente der sogenannten «Schwammstadt» umzusetzen. Diese soll den hitzemindernden Bäumen bessere Lebensbedingungen verschaffen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Eigentlich sollte das Prinzip «Schwammstadt» vor Überflutungen schützen, indem sintflutartige Regenfälle wie ein Schwamm zurückgehalten und langsamer abgeleitet werden.

Die Grundidee soll nun zur Hitzeminderung angepasst werden. Denn die heissen Temperaturen sind in den Städten vermehrt ein Problem für Mensch, Flora und Fauna. Internationale Städte wie Kopenhagen, Wien oder auch Singapur setzen bereits auf die Schwammstadt. Zürich ist nun die erste in der Schweiz. Richard Wolff, Zürcher Stadtrat und Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, hofft nun dass die Stadt Zürich in der Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen kann: «Ich bin überzeugt, dass die Städte in Zukunft in diese Richtung gehen müssen.» Für das Pilotprojekt wurde ein Abschnitt der Giessereistrasse nach den Prinzipien der Schwammstadt umgebaut. Ausserdem wurden neun zusätzliche Bäume gepflanzt.

RADIO TOP hat sich den ersten Abschnitt der Schwammstadt an der Giessereistrasse in Zürich angeschaut:

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Geschaffen wurde ein System zur Regenwasserbewirtschaftung. Dazu gehören etwa das Strassengefälle, der Strassenbelag, durchlässige Randsteine und verschliessbare Schlammsammler, wie es in der Mitteilung heisst. Ausserdem braucht es einen Sicker- und Verdunstungsbereich, also grössere Baumgruben, einen grösseren Vegetationsbereich und wasserspeicherndes Baumsubstrat.

Diese Konstruktion ermöglicht es, dass das Regenwasser während der Wintermonate, wenn Streusalz eingesetzt wird, in die Kanalisation fliesst. In der übrigen Zeit wird das Regenwasser in den Vegetationsbereich umgeleitet. Dort wird es wie ein Schwamm aufgesaugt, sagt Axel Fischer, Leiter Park und Grünanlagen Grün Stadt Zürich: «So kann das Wasser lang gespeichert werden und steht den Bäumen dann zur Verfügung, wenn es längere Trockenphasen gibt.» Ob dies dann auch so gut klappt, wie in den Vorgängerstädten soll nun das Pilotprojekt zeigen. «Wir wollen besonders schauen ob die Wasserableitung durch die durchlässigen Randsteine funktioniert aber auch ob die Bäume und Pflanzen gut wachsen und besonders wie sich dies auf die Temperatur auswirkt», sagt Stadtrat Richard Wolff. 

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) begleitet das Projekt bis 2024. Die Kosten belaufen sich auf rund 680'000 Franken. Ab voraussichtlich 2023 werden an der Scheuchzerstrasse, zwischen Milchbuck- und Riedtlistrasse, ebenfalls Elemente des Schwammstadtprinzips umgesetzt.

Was sich hinter dem Prinzip Schwammstadt verbirgt, im Beitrag von TELE TOP:

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