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Stadtzürcher FDP will Drogenkonsum legalisieren

Die FDP will eine neue Drogenpolitik: Der Eigenkonsum und Besitz von Betäubungsmitteln soll straffrei und der Handel und Verkauf reglementiert werden. Dies fordert die FDP der Stadt Zürich in einem Positionspapier.

13.04.2021 / 10:26 / von: sda/asl/mma/mju
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Der Konsum von Kokain und weiteren Drogen soll in der Schweiz längerfristig straffrei werden, fordert die Stadtzürcher FDP. (Symbolbild: KEYSTONE/DPA/CHRISTIAN CHARISIUS)

Der Konsum von Kokain und weiteren Drogen soll in der Schweiz längerfristig straffrei werden, fordert die Stadtzürcher FDP. (Symbolbild: KEYSTONE/DPA/CHRISTIAN CHARISIUS)

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Eine pragmatische Drogenpolitik orientiere sich an der Realität und nicht an Wunschvorstellungen und dogmatischen Idealen, teilte die FDP Stadt Zürich am Dienstag mit. «Die heutige Drogenpolitik ist gut gemeint, was in diesem Fall das Gegenteil von gut ist», wird Bettina Fahrni, Präsidentin Jungfreisinnige Stadt Zürich zitiert.

Trotz des Konsumverbots würden Betäubungsmittel aller Art in grossen Mengen und ohne Jugendschutz konsumiert. Die aus den 90er-Jahren stammenden Schweizer Drogenpolitik müsse deshalb erneuert werden.

Die Partei fordert deshalb, dass der Eigenkonsum und Besitz von heute verbotenen Drogen längerfristig straffrei werden soll. Handel und Verkauf sollen «stufenweise reglementiert» werden. Entscheidend dafür seien die Kriterien Suchtpotenzial, Gesundheitsgefährdung und Sozialverträglichkeit.

In einem ersten Schritt reichte FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois eine Anfrage an den Regierungsrat ein, mit der geklärt werden soll, ob der nicht strafbare Umgang mit «geringfügigen Mengen» an Betäubungsmitteln im Kanton Zürich im Sinne des Gesetzgebers ist.

Dass die Bestimmung fast ausschliesslich bei Cannabis angewendet werde, suggeriere, dass diese Droge unproblematischer sei als andere. Das entspreche aber nicht den wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Legalisierung ist ein zweischneidiges Schwert

Der Suchtexperte Tobias Egli hält eine Legalisierung aller Drogen für ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wäre es gut, die Dealer aus dem Spiel zu nehmen. Diese seien für die Süchtigen nämlich besonders schädlich. «Wenn du dich zwei bis vier Wochen nicht mehr bei deinem Dealer meldest, ruft er dich an und bietet dir neuen Stoff an. So holen sie dich zurück», erklärt der Suchtberater, der selber 15 Jahre lang drogenabhängig war. Tobias Egli sieht in einer Legalisierung aber auch Gefahren. Insbesondere sollen Drogen nicht verharmlost werden.

TELE TOP hat bei einem ehemaligen Drogenabhängigen nachgefragt, was er von einer Legalisierung halten würde:

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Bischof
am 13.04.2021 um 22:34
Gibt es einen Kontakt des Suchtberaters.Hört sich sehr kompetent an.