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Stadtzürcher Kindergartenkinder sollen mehr in den Wald

Stadtzürcher Kindergartenkinder sollen mehr in den Wald. Das Stadtparlament hat am Mittwochabend ein entsprechendes Postulat von SP, Grünen und GLP an den Stadtrat überwiesen. Dieser ist nicht sonderlich begeistert.

11.09.2019 / 20:02 / von: sda/mco
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Die Bewegung in der Natur und die intensive Beschäftigung mit ihr sollen die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Kinder fördern. (Symbolbild: pixabay.com/EME)

Die Bewegung in der Natur und die intensive Beschäftigung mit ihr sollen die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Kinder fördern. (Symbolbild: pixabay.com/EME)

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Der Stadtrat muss nun prüfen, wie in allen sieben Schulkreisen der Stadt Zürich gewisse Kindergartenklassen zu einem Mindestanteil von 50 Prozent nach dem Prinzip des Waldkindergartens geführt werden können. Dabei soll die Bevölkerung in allen Stadtkreisen gleichermassen Zugang zu diesem Angebot haben.

Nach Ansicht der Postulanten bieten Waldkindergärten gegenüber herkömmlichen Kindergärten einige interessante Aspekte: Die Bewegung in der Natur und die intensive Beschäftigung mit ihr sollen die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Kinder fördern.

Die Evaluation des 2016 im Schulhaus Manegg im Schulkreis Uto lancierten freiwilligen - und einzigen - Waldkindergartens zeige nicht nur den problemlosen Übertritt der Kindergartenkinder in die erste Klasse sondern auch, dass der Wald eine förderliche Lernumgebung darstellt, hiess es im Rat.

Zürich sei zudem für Waldkindergärten auch aus topografischen Gründen geeignet: Rund ein Viertel der städtischen Gesamtfläche besteht aus Wald.

Stadtrat warnt vor Konflikten
Schulvorstand Filippo Leutenegger (FDP), zeigte sich wenig begeistert von dem Postulat. Es schränke die pädagogische Freiheit der Lehrpersonen ein, sagte er im Parlament. Auch gerate man schnell mit dem Waldgesetz, respektive dem Förster, in Konflikt. Und nicht alle Eltern seien so begeistert wie die Postulanten.

Nicht zu unterschätzen sei - je nach Lage des Kindergartens - auch die Anreise in den Wald. Diese benötige je nach dem sehr viele Betreuerinnen und Betreuer. Leutenegger plädierte für einzelne Experimente an geeigneten Orten.

Kritisch betrachteten das Anliegen auch FDP, SVP und EVP. Nach Ansicht der FDP «muss der Staat nicht alles regeln». Es gebe genügend private Anbieter. Die SVP warf den Grünen gar vor, zu «Waldrodern» zu werden und den Wald zu übernutzen.

Der Stadtrat muss das Anliegen jedoch prüfen. Das Postulat passierte den Rat mit 73 Ja- gegen 39 Nein-Stimmen. Ja sagten SP, Grüne (2 Enthaltungen), AL und GLP, Nein FDP, SVP und EVP.

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