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Steiner AG kritisiert Aussagen des Spitals Wetzikon als «polemisch»

Die Steiner AG weist die Vorwürfe der Wetziker Spitalverantwortlichen als «polemisch, nicht nachvollziehbar und unhaltbar» zurück: Die Finanzierung des Spitalneubaus sei nicht gesichert gewesen, deshalb habe sie sich als Generalunternehmerin zurückziehen müssen.

15.05.2024 / 14:49 / von: lsc / sda
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Gebaut wird am finanziell angeschlagenen Spital Wetzikon derzeit nicht mehr: Die Spitalverantwortlichen und die Baufirma beschuldigen sich gegenseitig. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Gebaut wird am finanziell angeschlagenen Spital Wetzikon derzeit nicht mehr: Die Spitalverantwortlichen und die Baufirma beschuldigen sich gegenseitig. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

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Tatsache bleibe, dass die Steiner AG den Vertrag mit der Spitalbetreiberin Gesundheitsversorgung Zürcher Oberland (GZO AG) im April gekündigt habe, heisst es in einer Mitteilung der Steiner AG. «Die Vertragsauflösung war rechtlich zwingend, um die Steiner AG, ihre Mitarbeitenden und sämtliche Stakeholder inklusive der mit dem Projekt beauftragten Subunternehmern zu schützen.»

Die GZO AG habe seit April die vertraglich geschuldeten Zahlungen nicht mehr geleistet. Sie habe zudem mitgeteilt, dass sie nur über eine Liquidität von 50 Millionen Franken verfüge, die aber für den Spitalbetrieb vorgesehen sei. «Für die Steiner AG bleibt damit unklar, wie viel von diesem Betrag für die Baukosten zur Verfügung steht und ob künftige Zahlungen eingehalten werden können.»

Die GZO AG ihrerseits hatte am Dienstag an einer Medienkonferenz erklärt, dass sie im April zwar eine Zahlung über 3.9 Millionen Franken zurückgehalten habe, dies aber weil das Bauunternehmen seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Sie kritisierte zudem eine fehlende Transparenz bei der Baubuchhaltung und trotz vertraglichem Kostendach stetig steigende Gesamtkosten. Die TOP-Medien berichteten.


Vorwürfe gehen hin und her

Die Steiner AG habe die Sachlage falsch oder gar rufschädigend wiedergegeben, kritisierten die Spitalveranwortlichen am Dienstag an ihrer Medienkonferenz. Deren Vorwürfe stufte nun die Steiner AG am Mittwoch als schwer ein, die es zum Schutz ihrer Reputation klarzustellen gelte.

Die gegenseitigen Vorwürfe sind eine Folge der angespannten Lage des Spitals: Die GZO AG steht seit Anfang Mai in Nachlassstundung. Sie kann vorerst nicht betrieben werden. Damit hat sie Zeit gewonnen, um eine Lösung für die Refinanzierung einer Obligationenanleihe zu finden. Diese für den Spitalneubau aufgenommene Anleihe über 170 Millionen Franken wäre am 12. Juni ausgelaufen.


Kanton hilft nicht aus

Wegen seiner finanziellen Schieflage hatte sich das Spital auch an den Kanton Zürich gewandt. Dieser wollte dem Spital jedoch kein Darlehen in der Höhe von 180 Millionen Franken gewähren, weil es für die Versorgung der Oberländer Bevölkerung «nicht unverzichtbar» sei.

Danach kündigte die Steiner AG als Generalunternehmerin für den 220-Millionen-Bau den Vertrag und legte die Baustelle still. Der Neubau ist gemäss Spitalangaben zu 70 Prozent fertiggestellt.

Auf den Spitalbetrieb haben die finanziellen Probleme und der Baustellen-Stillstand keinen Einfluss. Dieser läuft vorerst normal weiter. Die GZO AG betreibt in Wetzikon ein regionales Schwerpunktspital mit 150 Betten und 900 Mitarbeitenden. Zwölf Gemeinden halten die Aktien – Wetzikon, Rüti, Hinwil und Wald als bevölkerungsstärkste Gemeinden anteilsmässig am meisten.

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