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Streitpunkt Ellikerfeld: Weinländer Kantonsräte blitzen ab

Die Mückenplage im Ellikerfeld im Weinland hat einmal mehr für Diskussionen im Kantonsrat gesorgt: FDP, SVP und Mitte verlangten am Montag vom Grünen Baudirektor Martin Neukom einen Zusatzbericht. Mit dieser Forderung blitzten sie jedoch ab.

29.11.2021 / 12:40 / von: sda/mco
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Einmal mehr herrschte im Zürcher Kantonsrat Uneinigkeit wegen der Thurauen und der Mückenplage. Im Bild der Rhein bei Ellikon. (Archivbild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

Einmal mehr herrschte im Zürcher Kantonsrat Uneinigkeit wegen der Thurauen und der Mückenplage. Im Bild der Rhein bei Ellikon. (Archivbild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

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Der Kantonsrat entschied am Montag mit 88 zu 84 Stimmen bei 1 Enthaltung, dass Neukom keinen Zusatzbericht zur Mückenplage im Ellikerfeld im Weinland erstellen soll. SVP, FDP und Mitte, welche den Bericht forderten, müssen somit bis ins Jahr 2024 warten.

Dann will die Baudirektion die Situation im Ellikerfeld ohnehin analysieren und entscheiden, ob nun doch noch ein Damm gebaut wird oder nicht. Für mehrere Weinländer Kantonsräte dauert das aber zu lange. «Seit 15 Jahren warten wir auf den Damm. Jetzt braucht der Baudirektor noch drei Jahre, um uns dann zu sagen, dass er den Damm nicht bauen wird», regte sich Paul Mayer (SVP, Marthalen) auf.

Die Weinländerinnen und Weinländer seien sauer, legte Konrad Langhart (Mitte, Stammheim) nach. Seit 15 Jahren schiebe die Baudirektion diese Altlast vor sich her. SP-Kantonsrat Markus Späth aus Feuerthalen verlangte zwar ebenfalls einen Zusatzbericht - nahm aber Neukom in Schutz. Es sei dessen Vorgänger Markus Kägi (SVP) gewesen, der auf Zeit gespielt und versagt habe.

Biozid gegen Mückenplage

Ob die Mückenplage wirklich am fehlenden Damm liegt, ist für Neukom jedoch nicht gesichert. «Sie behaupten das einfach immer», sagte er zu den Weinländer Parlamentariern. «Aber man muss noch genauer prüfen, ob ein Damm wirklich helfen würde.»

Wer nicht aus dem Weinland stammt, kann die Aufregung nicht wirklich teilen. So sagte etwa Felix Hoesch (SP) aus Zürich, dass die Mückenplage wohl eher in den Köpfen als auf der Haut stattfinde.

Im Jahr 2006 entschied der Kantonsrat einstimmig, dass ein Damm gebaut werden soll, um die 30 Hektaren Land des Ellikerfeldes vor Überschwemmungen zu schützen. Bis heute steht der Damm jedoch nicht, so dass das Land am Ufer des Rheins regelmässig unter Wasser steht. Der Kanton selber räumt durchaus ein, dass es eine Mückenplage gibt. Er lässt dafür jeweils ein Biozid versprühen.

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