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Viel Gegenwind für neues Flughafen-Betriebsreglement

Die Einsprachefrist für das angepasste Betriebsreglement des Flughafens Zürich läuft heute ab. Zahlreiche Interessengemeinschaften haben sich geäussert: Der Grossteil von ihnen stellt sich klar gegen das neue Reglement.

08.10.2019 / 16:59 / von: abl
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Gerade die Starts und Landungen am Flughafen Zürich in der Nacht sorgen für Diskussionen. (Bild: twitter.com/@zrh_airport)

Gerade die Starts und Landungen am Flughafen Zürich in der Nacht sorgen für Diskussionen. (Bild: twitter.com/@zrh_airport)

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Das neue Betriebsreglement des Flughafens regelt die An- und Abflüge in Zürich Kloten. Es wurde bereits im letzten Jahr aufgelegt. Dabei gingen zahlreiche Einsprachen von Organisationen aus der Flughafenregion ein.

Inzwischen hat der Flughafen einige Anpassungen vorgenommen. Unter anderem fordert er zusätzliche Startslots nach 22:00 Uhr am Abend. Eine Forderung, die Interessengemeinschaften praktisch rund um den Flughafen sauer aufstösst. «Der Flughafen und die Fluggesellschaften versprechen seit Jahren, dass sie etwas gegen Fluglärm zu Nachtrandzeiten unternehmen wollen. Dass sie jetzt zusätzliche Starts genau zu diesen Zeiten fordern, ist schlicht inakzeptabel», sagt beispielsweise Thomas Hardegger, Präsident des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Zürich.

Die unterschiedlichen Meinungen zum neuen Betriebsreglement im Beitrag von RADIO TOP:

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Bisher dürfen am Flughafen Flugzeuge nach 23:00 Uhr nur starten, um Verspätungen abzubauen. Ansonsten herrscht ein Nachtflugverbot. Mit zusätzlichen Flugbewegungen nach 22:00 Uhr wäre dies aber nicht mehr realistisch, befürchtet auch beispielsweise die IG Nord, die aus 12 Gemeinden nördlich des Flughafens Zürich besteht. Sie fordert deshalb in einer Mitteilung ein Nachtflugverbot von 22:00 Uhr bis 7:00 am nächsten Morgen.

Auch die IG West wehrt sich gegen die Anpassung des Betriebsreglements. Es gebe durchaus positive Aspekte darin, heisst es auf Anfrage von RADIO TOP. Gerade die Flüge spät am Abend seien aber nicht akzeptabel.

Ganz anders sieht das die «Region Ost», zu der unter anderem auch Winterthur gehört. Sie wünscht sich zwar bessere Lösungsansätze, um Verspätungen abzubauen. Ausserdem soll das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) «strenger über die Nachtruhe wachen», wie es von der Region Ost heisst. Der Flughafen soll ausserdem freiwillig auf zusätzliche Starts nach 21:00 Uhr verzichten. Grundsätzlich sei aber die Wirtschaftlichkeit des Flughafens wichtig. Deshalb hat die Region Ost keine Einsprache gegen das neue Betriebsreglement erhoben. Unter anderem deshalb, weil dieses Südstarts bei Bise vorsieht, was die Region Ost entlasten würde.

Entsprechend unglücklich mit dem Reglement ist deshalb der «Verein Flugschneise Süd Nein». Edi Rosenstein, Geschäftsführer und Präsident des Vereins stellt klar: «Niemand ist gegen den Flughafen – wir alle unterstützen den Flughafen Zürich. Wir wehren uns aber ganz klar dagegen, dass dieser zum Riesen-Hub wird, zu dem ihn beispielsweise die Lufthansa machen will.» Die Fluggesellschaft fördere Transitflüge über Zürich, was schlussendlich nur Nach-, aber keine Vorteile bringe. Transitpassagiere würden nämlich doppelt so viele Flugbewegungen verursachen als Passagiere, die ab Zürich nur starten oder dort landen. Dem Wirtschaftsstandort Zürich würden sie aber keinen Mehrwert bringen, so Rosenstein.

Auch wenn sich die unterschiedlichen Interessengemeinschaften nicht einig sind, was sie vom neuen Betriebsreglement des Flughafens Zürich wünschen, sie alle wünschen sich baldige Klarheit. Das BAZL soll die Einsprachen nun rasch verarbeiten und über das weitere Vorgehen informieren. Vom BAZL selbst heisst es auf Anfrage, man habe bisher noch überhaupt keinen Überblick über die Einsprachen. Dieser sei frühestens Anfang nächster Woche zu erwarten.

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