Pull down to refresh...
zurück

Wegen Beleidigungen auf dem Sozialamt: Dübendorf entmachtet SVP-Stadträtin

Das Sozialamt Dübendorf sorgte in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen. Unter anderem wurden Sozialhilfebezüger beleidigt. Nun zieht der Stadtrat personelle Konsequenzen.

18.09.2020 / 15:00 / von: mma/sda
Seite drucken Kommentare
1
Der Stadtrat trennt sich per sofort vom Leiter der Abteilung Soziales. Das Dossier wird der zuständigen SVP-Stadträtin ausserdem bis auf Weiteres entzogen. (Screenshot: TELE TOP)

Der Stadtrat trennt sich per sofort vom Leiter der Abteilung Soziales. Das Dossier wird der zuständigen SVP-Stadträtin ausserdem bis auf Weiteres entzogen. (Screenshot: TELE TOP)

1
Schreiben Sie einen Kommentar

Das Sozialamt Dübendorf sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt. So kam durch einen vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Bericht ans Licht, dass beispielsweise Besucher des Sozialamtes beleidigt wurden oder auch unnötig Druck auf einzelne Sozialhilfebezüger ausgeübt wurde. Dieser Bericht wurde nun intern aufgearbeitet, heisst es in einer Mitteilung des Stadtrates.

Nun zieht der Stadtrat die Konsequenzen. Die Stadt trennt sich mit sofortiger Wirkung vom Leiter der Abteilung Soziales. Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen, heisst es weiter. Angesichts der sich ausweitenden Tragweite des Falles hat der Stadtrat an seiner Sitzung vom Donnerstag zudem beschlossen, die Zuständigkeit für den Bereich Sozialhilfe per sofort und bis zum Abschluss der Untersuchungen von der SVP-Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer an Stadtpräsident André Ingold (SVP) zu übergeben.

Im Interview mit RADIO TOP begründet Stadtpräsident André Ingold die Massnahmen:

Audio

 

Richtlinien weichen ab

Im Zuge der internen Aufarbeitung hat sich herausgestellt, dass die vom Sozialamt Dübendorf im Bereich der Sozialhilfe angewendeten internen Unterstützungsrichtlinien nicht mit den öffentlich publizierten Richtlinien übereinstimmen. In den publizierten «Internen Unterstützungsrichtlinien der Sozialhilfe» fehlen nebst Angaben zu den internen Kompetenzen diverse Kapitel zu einzelnen Sachbereichen vollständig – und dies ohne entsprechende Deklaration.

Diese Form der Intransparenz stösst dem Stadtrat sauer auf, zumal der Offenlegung der Unterstützungsrichtlinien eine mehrere Jahre andauernde politische Diskussion vorausgegangen war. Die Klärung der genauen Hintergründe wird Gegenstand der vom Stadtrat im September angekündigten externen Untersuchung sein.

Rechtsextreme Facebook-Posts

Bereits vor vier Jahren wurden erstmals Missstände bei den Dübendorfer Sozialbehörden publik. Damals postete eine Sozialamts-Mitarbeiterin rechtsextreme Facebook-Einträge. Nachdem Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger Kritik an den Dübendorfer Behörden übten, weil sie sich generell wie Schmarotzer behandelt fühlten, richtete die Stadt eine Ombudsstelle ein.

Dübendorf trat bereits 2013 aus der Skos (Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe) aus, hält sich nach eigenen Angaben aber an die Vorgaben.

Beitrag erfassen

freddy
am 18.09.2020 um 17:29
die svp kann nur noch schlechte schlagzeilen produzieren.zeit, dass man die aus die exekutive wirft!dann ist wieder ruhe im stall.