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Weihnachten im Altersheim soll sicherer sein als in der Familie

Die Situation in den Alters- und Pflegeheimen im Kanton Zürich ist angespannt. Trotzdem sollen auch Besuche über die Feiertage möglich sein. Von Ausflügen der Bewohnerinnen und Bewohner in die Familien raten die Verantwortlichen des Kantons Zürich jedoch ab.

03.12.2020 / 15:52 / von: sda/mco
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Heimbewohnerinnen und -bewohner sollten möglichst auf das Familienfest daheim verzichten. (Symbolbild: KEYSTONE/LUKAS LEHMANN)

Heimbewohnerinnen und -bewohner sollten möglichst auf das Familienfest daheim verzichten. (Symbolbild: KEYSTONE/LUKAS LEHMANN)

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Kantonsärztin Christiane Meier hat einen Weihnachtswunsch: Angehörige oder Freunde sollten Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mit Päckchen, Briefen, Anrufen oder Videos überraschen, aber aufs Familienfest zuhause verzichten, wie sie am Donnerstag vor den Medien sagte. Denn die Ansteckung zuhause ist das grösste Risiko.

Eine Auswertung der 1. Welle der Pandemie habe gezeigt, dass die Schutzkonzepte in den Heimen nützen, sagte Gabriela Bieri, Ärztliche Direktorin der Pflegezentren der Stadt Zürich. Ausgang sei immer noch möglich, aber es werde davon abgeraten.

Nicht unbedingt am 24. Dezember feiern

Grosse Advents- oder Weihnachtsfeiern wird es in diesem Jahr in den Heimen nicht geben. Aber kleine Rituale und zusätzliche Besuche sollen stattfinden können, wie etwa ein Brunch, ein Mittagessen oder auch eine kleine Feier im Freien, wie Curaviva-Präsident André Müller sagte.

Da die Situation in jedem Heim anders ist, sollten Angehörige mit dem Heim Kontakt aufnehmen und klären, was möglich ist. Ausserdem rät Müller dazu, nicht unbedingt am 24. oder 25. Dezember zu feiern, sondern bereits an den Tagen davor oder danach.

Schutz versus Freiheit

Die Zahl der Neuinfektionen im Kanton ist unverändert hoch. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 1'000 Heimbewohnerinnen und Heimbewohner angesteckt und ebenso viele Mitarbeitende. Vor diesem Hintergrund stehen die Institutionen vor der grossen Herausforderung, einerseits grösstmöglichen Schutz und andererseits grösstmögliche Freiheiten zu garantieren.

Weil Heimbewohnerinnen und Heimbewohner viele soziale Kontakte haben, etwa mit Pflegepersonal, Ärzten, Reinigungsdienst oder Verwandten, ist es nicht verwunderlich, dass es Ansteckungen in Heimen gibt, sagte Müller.

Anders als in der ersten Welle sind die sozialen Kontakte nun weniger eingeschränkt und dies soll auch über die Feiertage so bleiben. Dabei setzen die Alters- und Pflegeheime auf ein möglichst einheitliches Vorgehen. Jedes Heim muss sein Schutzkonzept regelmässig aktualisieren. Es gilt ein Ampelsystem mit fünf verschiedenen Eskalationsstufen.

Die Schutzkonzepte funktionieren, man müsse keine Angst haben davor, nicht gut betreut zu werden, sagte Jörg Kündig, Präsident des Verbandes der Gemeindepräsidien des Kantons. Die Personalsituation sei aber angespannt. Das Personal sei müde. Daher seien auch freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht.

Wie sich das Pflegeheim Salem in Zürich auf die Feiertage vorbereitet, im Beitrag von TELE TOP:

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