Pull down to refresh...
zurück

Weinländer Gemeindefusion scheitert an der Urne

Im Zürcher Weinland wird über die Fusion von sechs Gemeinden abgestimmt. Für eine Fusion müssen alle sechs Gemeinden zustimmen. Kleinandelfingen legt allerdings ein Nein in die Urne.

29.11.2020 / 12:30 / von: abl
Seite drucken Kommentare
1
Die Gemeinde Andelfingen soll zur Fusionsgemeinde werden. (Bild: www.myswitzerland.com)

Die Gemeinde Andelfingen soll zur Fusionsgemeinde werden. (Bild: www.myswitzerland.com)

1
Schreiben Sie einen Kommentar

14:20

Die Fusionspläne scheiterten schlussendlich deutlich. Die Resultate aus allen Gemeinden:

Die Gemeinde Andelfingen publizierte ihre Resultate als letzte. Auch die Andelfinger Bevölkerung stellt sich mit 544 zu 477 Stimmen gegen die Fusion.

Die politischen Reaktionen auf das deutliche Nein im Beitrag von TELE TOP:

video

Der Gemeindepräsident von Andelfingen, Hansruedi Jucker, war der Projektleiter der Fusion und setzte sich für ein Ja an der Urne ein.

Im Gespräch mit RADIO TOP äussert er sich zur deutlichen Ablehnung des Anliegens:

audio

Stärkste Gegnerin der Fusion in der Parteienlandschaft war die SVP.

Entsprechend erfreut zeigt sich auch der Präsident der SVP Andelfingen im Gespräch mit RADIO TOP:

audio

+++

13:39

Auch die Gemeinde Thalheim hat ihre Stimmen ausgezählt. Mit 250 Nein zu 177 Ja-Stimmen scheitert die Vorlage zur Fusion der politischen Gemeinden auch hier. Beim Zusammenschluss der Schulgemeinden macht eine einzige Stimme den Unterschied. 208 Stimmberechtigte sind dafür, 209 dagegen.

+++

13:00

Die Gemeinde Adlikon sagt mit 309 zu 40 Stimmen deutlich Ja zur Fusion. Ähnlich gross ist die Zustimmung in Humlikon, hier legen 229 Stimmberechtigte ein Ja in die Urne, gerade einmal 29 ein Nein.

Henggart hingegen lehnt die Fusion ebenfalls ab, mit ganzen 84% Nein-Stimmen.

+++ 

12:36

Die Abstimmungsresultate aus der Gemeinde Kleinandelfingen liegen bereits vor. Die Gemeinde lehnt das Vorhaben mit 571 Nein- zu 337 Ja-Stimmen ab.

+++

Im Zürcher Weinland soll es zu einer Megafusion kommen. Gleich sechs Gemeinden wollen sich zusammenschliessen. Die Fusion steht allerdings auf wackligen Beinen, denn die Hälfte der Gemeinden ist dafür, die andere Hälfte dagegen. Kurz vor den Abstimmungen sorgten Gegner der Fusion mit einem Flyer für rote Köpfe, auf dem sie Primarschüler zur Meinungsbildung benutzten.

Ausgangslage & Vorlage:

Im Zürcher Weinland wollen sechs Gemeinden zur neu grössten Gemeinde der Region unter dem gemeinsamen Namen «Andelfingen» fusionieren. Auf dem Gemeindegebiet der beteiligten Gemeinden leben heute rund 8’600 Personen. In den sechs Gemeinden leben fast 30 Prozent aller im Bezirk Andelfingen wohnhaften Personen. Mit einem Zusammenschluss entstünde bevölkerungsmässig die mit Abstand grösste Gemeinde im Bezirk. Mit der Fusion würden die Dörfer nicht nur eine neue politische Gemeinde, sondern auch eine gemeinsame Schulgemeinde bilden. Die Bevölkerung stimmt deshalb über zwei Vorlagen ab: Die Fusion der politischen Gemeinden, sowie die Fusion der Schulgemeinden.

Die Ortsnamen der einzelnen Dörfer bleiben bei der Fusion bestehen. Sie werden zu Dorfnamen. Ortsteingangstafeln tragen in Klammer den neuen Gemeindenamen, z.B. Henggart (Andelfingen). Die vereinigte Gemeinde wird ein neues Gemeindewappen haben.

Der Startschuss für die Grossfusion fiel im April 2018: Damals erteilten die Stimmberechtigten der betroffenen Gemeinden den Behörden den Auftrag, die Fusion aufzugleisen. Damit die Fusion Realität wird, muss die Bevölkerung aller sechs Gemeinden zustimmen. Ist dies der Fall, soll die Gemeindefusion per Januar 2023 vollbracht sein. Die Parteien sind sich nicht einig über die Fusion, vielmehr verteilen sich Befürworter und Gegner auf die unterschiedlichen Gemeinden.

Befürworter: Die Gemeinderäte von Thalheim an der Thur, Humlikon und Adlikon befürworten die Fusion. Gerade diese kleineren Gemeinden kämpfen nämlich mit hohen Kosten sowie mit einem Rekrutierungsproblem: Für die Ämter (Gemeinderat etc.) finden sich dort nur schwierig Freiwillige. Die kleineren Gemeinden argumentieren ausserdem, dass sie bereits heute stark miteinander vernetzt sind, so besuchen die Kinder aus Kleinandelfingen, Thalheim an der Thur, Adlikon, Henggart und Humlikon etwa bereits heute die Sekundarschule in Andelfingen. Mit der Fusion würden auch die Primarschulgemeinden entsprechend fusioniert.

Gegner: Die Gemeinderäte von Andelfingen, Kleinandelfingen und Henggart sind gegen die Fusion. Sie befürchten höhere Gebühren, halten den tiefen Fusionssteuerfuss von 101 Prozent für nicht haltbar und die Einsparungen dank Synergien für fraglich. Sie befürchten ausserdem, dass anstehende Projekte in den Gemeinden (z.B. Neugestaltung des Andelfinger Marktplatzes) nach hinten geschoben werden, weil die Fusion Teile der Verwaltung stark beschäftigen und damit Ressourcen binden würde.

Beitrag erfassen

Peter Bührer
am 29.11.2020 um 14:48
Perfekt