Pull down to refresh...
zurück

Weitere Schritte auf dem Weg zur Heilung von Aids

Im Kampf gegen Aids suchen Forscher nach einem Heilmittel. Das grösste Hindernis dabei sind Reservoirs im menschlichen Körper, in denen die HI-Viren jahrelang überdauern können. Ein Forscherteam des Universitätsspitals Zürich wartet nun mit neuen Erkenntnissen zu diesen Reservoirs auf.

19.07.2019 / 17:00 / von: mle/sda
Seite drucken Kommentare
0
Ein Forscherteam des Universitätsspitals Zürich hat neue Erkenntnisse im Kampf gegen Aids. (Symbolbild: Pixabay.com/PublicDomainPictures)

Ein Forscherteam des Universitätsspitals Zürich hat neue Erkenntnisse im Kampf gegen Aids. (Symbolbild: Pixabay.com/PublicDomainPictures)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Als Todesurteil gilt Aids nicht mehr. Mit sogenannt antiretroviralen Therapien (ART) lassen sich die Vermehrung der Viren hemmen und eine Übertragung auf andere Personen verhindern. Zudem ermöglichen diese Therapien dem Infizierten ein nahezu uneingeschränktes Leben.

Allerdings müssen die Mittel ein Leben lang eingenommen werden. Häufig sind sie, vor allem bei jahrelanger Einnahme, verbunden mit erheblichen Nebenwirkungen. Und: Die Therapien dämmen die Viren nur ein. Eine Heilung ist das nicht.

Reservoirs: Hindernis für Heilung

Unterbricht ein HIV-Patient die Therapie, steigt in aller Regel die zuvor gesenkte Anzahl der im Blut messbaren HI-Viren wieder an. Die Ursache dafür sind Reservoirs aus HIV-infizierten, jedoch ruhenden Zellen. Bei der Suche nach Heilmitteln geht es darum, diese Reservoirs anzugreifen.

Bisher ist sind jedoch diese Reservoirs noch viel zu wenig erforscht. Unklar ist etwa, welche Faktoren die Grösse der Reservoirs beeinflussen. Solchen Fragen sind nun Forschende des Universitätsspitals Zürich (USZ) nachgegangen.

Nadine Bachmann und ihre Kolleginnen und Kollegen eines multidisziplinären nationalen Forschungsteams unter der Leitung der HIV-Spezialisten Huldrych Günthard, Roger Kouyos und Karin Metzner von der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am USZ haben die nach eigenen Angaben grösste Beobachtungsstudie verfasst.

Eine Erkenntnis ist, dass die Grösse der Reservoirs im Verlauf der ersten gut fünf Jahre der Behandlung mit ART im Durchschnitt abnimmt und dass die Abnahme über die Beobachtungsdauer abflacht. Bei einem Teil der infizierten Personen haben sich jedoch, trotz erfolgreicher ART und entgegen der Erwartungen, die Reservoirs vergrössert.

«Was zu dieser Zunahme führt, wissen wir noch nicht», lässt sich Huldrych Günthard in einer Mitteilung des USZ vom Freitag zitieren. Gezielte Studien dazu seien in Planung.

Eine weitere Erkenntnis der Studie betrifft sogenannte «Blips», kurzzeitig zwischen zwei nicht nachweisbaren Plasma-Virusmessungen im Blut nachweisbare Viren. Diese galten bisher als klinisch nicht oder kaum relevant. Die Studie zeigt indes, dass sie eben doch von biologischer Bedeutung sind. Im Weiteren fanden sich auch tiefere HIV-Reservoirs bei Menschen nicht-weisser Ethnie.

Studie: Belastbare Aussagen

Für ihre Beobachtungsstudie konnten die Forschenden auf die Daten der sogenannten Swiss HIV Cohort Study mit deren Datenbank zurückgreifen. In dieser seit 1988 laufenden prospektiven Kohortenstudie sind 1057 Personen oder rund 75 Prozent aller HIV-infizierten Menschen der Schweiz erfasst, die eine antiretrovirale Therapie bekommen und ihre Daten und Blutproben der Forschung zur Verfügung stellen.

Dank dieser Datensammlung standen von jeder der über tausend Personen mindestens drei Proben zur Messung der HIV-Reservoirs zur Verfügung, die im Mittel 1,5 Jahre, 3,5 und 5,4 Jahre nach Beginn einer ART entnommen worden waren. Von 412 Personen lagen Daten vor, mit denen der Verlauf der HIV-Reservoirs bis auf zehn Jahre zurück verfolgt werden konnte.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare