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Weniger Arbeitslose, aber mehr Kurzarbeit

Die Zahl der Arbeitslosen und Stellensuchenden ist in den Ostschweizer Kantonen im März zurückgegangen. Am deutlichsten war der Trend in St.Gallen und Graubünden. Die Kurzarbeit stieg wegen des zweiten Shutdowns wieder an. Auch auf dem Arbeitsmarkt im Kanton Zürich zeichnet sich Entspannung ab.

09.04.2021 / 11:34 / von: sda/asl
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 Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) in der Ostschweiz waren im März weniger Personen ohne Job gemeldet (Archivbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) in der Ostschweiz waren im März weniger Personen ohne Job gemeldet (Archivbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

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Die Zahlen aus den Ostschweizer Kantonen entsprechen dem landesweiten Trend, wie das Staatsekretarat für Wirtschaft (Seco) am Freitag informierte. Im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt (Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent) lag die Arbeitslosigkeit in der Ostschweiz überall unter dem Mittel. Verglichen mit dem Vorjahr (März 2020) waren die Zahlen aber überall deutlich höher.

In St.Gallen waren Ende März noch 7'684 Personen (424 weniger als im Vormonat) als arbeitslos gemeldet, wodurch die Quote um 0,2 auf 2,7 Prozent zurückging. Graubünden verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Rückgang um 186 auf noch 1'998 Arbeitslose. Die Quote sank auf 1,8 (-0,2) Prozent. 

Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) im Thurgau waren 4'316 (-231) Menschen ohne Job gemeldet, die Quote ging um 0,1 auf 2,8 Prozent zurück. In Appenzell Ausserrhoden ging die Arbeitslosigkeit um 25 Personen auf 643 zurück. Die Quote reduzierte sich um 0,1 auf 2,1 Prozent. In Innerrhoden waren es noch 80 (-7) Arbeitslose. Die Quote war mit 0,9 (-0,1) Prozent landesweit am niedrigsten. Die Zahl der Stellensuchenden ging in allen Kantonen zurück.

Mehr Betriebe mit Kurzarbeit

Wegen des zweiten Shutdowns seit Anfang Jahr mussten mehr Betriebe kurz arbeiten. In Graubünden wurden an 1'949 Betriebe (Vormonat 1787) Kurzarbeitsentschädigungen ausgerichtet. Auch im Kanton St.Gallen blieb die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit mit 3'600 betroffenen Betrieben hoch.

Auch auf Züricher Arbeitsmarkt zeichnet sich Entspannung ab

Die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich ist im März um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gesunken. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Corona-Krise. Das Niveau ist zwar weiter hoch, die Volkswirtschaftsdirektion ist jedoch vorsichtig optimistisch.

Ende März waren 29‘466 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet. Das sind 1'436 Personen weniger als im Vormonat, wie die Volkswirtschaftsdirektion am Freitag mitteilte.

Allerdings befindet sich die Arbeitslosigkeit immer noch auf einem hohen Niveau und liegt noch 0,6 Prozentpunkte höher als vor der Corona-Pandemie im März 2020.

«Silberstreifen am Horizont»

60 Prozent des Rückgangs lassen sich auf saisonale Effekte zurückführen, wie es in der Mitteilung heisst. Die grösste Abnahme gab es dabei beim Baugewerbe (-337). Es kam jedoch zu einem Rückgang in fast allen Branchen. Dies sehen die Fachleute als positives Signal.

«Die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist ein erster Silberstreifen am Horizont. Erfreulich ist die Abnahme insbesondere bei den freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen, die in der ersten Welle der Pandemie stark betroffen waren» wird Andrea Engeler, Chefin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, zitiert.

Die Geschäftslage der Zürcher Unternehmen sowie deren Beschäftigungsaussichten verbesserten sich im März wieder. Die Belebung der Wirtschaft zeige sich auch beim Index des Seco zur wöchentlichen Wirtschaftsaktivität in der Schweiz, der seit Anfang März zum ersten Mal seit Krisenbeginn wieder positive Werte zeige, heisst es in der Mitteilung.

Wenn sich dieser positive Trend fortsetze, dürfte die Arbeitslosenquote im Kanton bis im Sommer auf unter 3 Prozent sinken.

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