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Wenn der Samichlaus per Zoom-Call in die Stube kommt

Auch der Samichlausbesuch wird in diesem Corona-Jahr vielerorts anders stattfinden als gewohnt. Weil auch die Chläuse und Schmutzlis sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten müssen, hat sich die Zürcher St.Nikolausgesellschaft etwas ganz Besonderes ausgedacht.

04.12.2020 / 08:10 / von: sda/asl
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Samichlaus und Schmutzli sitzen vor Kamera und Bildschirm und sprechen übers Internet zu einer Familie in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

Samichlaus und Schmutzli sitzen vor Kamera und Bildschirm und sprechen übers Internet zu einer Familie in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

Wegen der Coronavirus-Pandemie können die traditionellen Samichlaus-Besuche dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

Wegen der Coronavirus-Pandemie können die traditionellen Samichlaus-Besuche dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

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Auch der Samichlaus muss sich an die Corona-Abstandsregeln halten. Hausbesuche fallen deshalb aus. In einem Bunker in Zürich hat er sich ein «Waldhüüsli» für Zoom-Calls eingerichtet. «Ein schlechter Ersatz, aber besser als nichts», findet er.

«Hallo Samichlaus!» Der Knabe im Kindergartenalter freut sich sichtlich über den unerwarteten Zoom-Call auf dem Laptop. Sofort beginnt er, dem Samichlaus von seinem Jahr zu erzählen und präsentiert sein auswendig gelerntes Samichlaus-Gedicht. Dass Samichlaus und Schmutzli in diesem Jahr nicht physisch vorbeikommen können, stört den Knaben offensichtlich nicht. «Macht doch nichts, wir sehen uns ja trotzdem», sagt er.

Im Bunker unter dem Strassenverkehrsamt

Dem Samichlaus bereitet die ungewohnte Situation etwas mehr Mühe. Statt in seinem «Waldhüüsli» im tief verschneiten Wald sitzt er im Hauptsitz der St. Nikolausgesellschaft, in einem weit verzweigten Bunker unter dem Zürcher Strassenverkehrsamt.

Dort hat die St. Nikolausgesellschaft zwei «Waldhüüsli» eingerichtet, damit Schmutzli und Samichlaus per Zoom-Call die Kinder besuchen können. In einem Studio ausserhalb des Bunkers gibt es ein drittes «Waldhüüsli» für virtuelle Familienbesuche.

Für das Einstellen des Zoom-Calls hat der Samichlaus einen Assistenten. «Technik ist nicht mein Ding. Ich kann nur Kerzen anzünden und der Schmutzli nur Tannenzapfentee kochen.» Tannenreisig und ein Schlitten mit Geschenken im Hintergrund sorgen für die richtige Optik.

In normalen Jahren sind jeweils 45 Samichläuse mit 45 Schmutzli der St. Nikolausgesellschaft in Zürich unterwegs, um Familien, Kindergärten und Firmen zu besuchen. Immer mit dabei ein «Eseli», also ein Auto mit Fahrer, und ein gut gefüllter Chlaussack.

In diesem Jahr sind deutlich weniger Chläuse und Schmutzli im Einsatz. Die Nachfrage ist um 90 Prozent eingebrochen. Der Samichlaus versteht, warum er in diesem Jahr deutlich weniger Anfragen erhielt. Ein virtueller Besuch sei natürlich besser als nichts. Aber es sei nicht das Gleiche.

Es fehle der direkte Kontakt zu den Kindern. Sei ein Kind nervös oder rede pausenlos, könne er ihm ja nicht mal die Hand auf die Schulter legen und es so beruhigen.

«Wir müssen jetzt alle geduldig sein»

Obwohl in diesem Jahr alles anders ist, läuft auch der virtuelle Samichlausbesuch nach einer strikten Reihenfolge ab: Nachdem das Kind das Gedicht vorgetragen hat, zückt der Schmutzli das dicke Buch, in dem steht, was das Kind gut gemacht hat und wo es sich verbessern muss. «Du musst geduldiger werden», rät der Samichlaus dem Kindergärtler. «Wir müssen jetzt alle geduldig sein.»

Zum Schluss gibt es - wie immer - Mandarinen und Nüssli. Im Corona-Jahr kommen die Sachen allerdings nicht aus dem Chlaussack, sondern wurden von Zauberhand bereits in die Wohnung gestellt. «Das hätten wir dir jetzt gerne in die Hand gedrückt», verabschiedet sich der Samichlaus. «Aber nächstes Jahr sehen wir uns wieder.»

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