Pull down to refresh...
zurück

Zu geringe Strafen für Tierquäler

Das diesjährige TIR-Gutachten zeigt, dass immer noch Handlungsbedarf wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz besteht. Im Jahr 2021 wurden in der Schweiz knapp 2'000 Strafverfahren deswegen durchgeführt. Bei Wildunfällen wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

23.11.2022 / 14:23 / von: jma
Seite drucken Kommentare
0
Sibel Konyo von der Stiftung «Für das Tier im Recht» im Interview mit RADIO TOP. (Bild: Stiftung Für das Tier im Recht)

Sibel Konyo von der Stiftung «Für das Tier im Recht» im Interview mit RADIO TOP. (Bild: Stiftung Für das Tier im Recht)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

RADIO TOP war an der Pressekonferenz:

audio

 

Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) informierte an einer Pressekonferenz über das diesjährige TIR-Gutachten. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der rechtlichen Beurteilung von Wildtierunfällen im Strassenverkehr. In vielen Bereichen besteht noch weiter Handlungsbedarf, aber der Tierschutzvollzug wurde in den letzten Jahren professionalisiert. Aus dem Gutachten gehen mehrere Forderungen für eine wirksame Strafpraxis im Tierschutzrecht hervor.

Rückgang der Fälle

Im Jahr 2021 ist die Anzahl der Fälle um 0.7 Prozent gesunken. Die Anzahl der durchgeführten Tierschutzstrafentscheide steigt seit 2000 mit Unterbrüchen kontinuierlich an. Die letzten 41 Jahre seit Inkrafttreten des ersten eidgenössischen Tierschutzgesetzes hat sich der Schweizer Tierschutzvollzug deutlich verbessert und wurde professioneller.

Hohe Dunkelziffer

Das Gutachten geht von einer hohen Dunkelziffer nicht verfolgter Tierschutzverstösse aus. Die Haltung und Nutzung von Tieren sowie ihren Einsatz in Sport und Dienst gehen mit einem erhöhten Risiko für die Tiere einher. Im Anbetracht der Millionen Tiere, die in der Schweiz gehalten werden, scheint die Zahl abgeschlossener Strafverfahren mit knapp 2'000 sehr tief. Es zeigt sich auch, dass die Kantone ganz unterschiedlich mit dem Tierschutzvollzug umgehen. In Kantonen, in denen eine spezielle Vollzugsstruktur besteht (Aargau, Bern, St.Gallen und Zürich) Tierschutzverstösse konsequenter verfolgt werden.

Unterschiede bei den Tierarten

Der Grossteil der Verstösse betraf Heimtiere, vor allem Delikte an Hunden werden gemeldet. Es ist davon auszugehen, dass die Sensibilität gegenüber Hunden besonders gross ist und darum Verstösse schneller und öfter gemeldet werden.

Richter und Veterinärbehörden

Laut Gutachten ist die Beurteilung von Tierschutzverstössen durch die Behörden in vielen Bereichen noch mangelhaft. Der gesetzliche Rahmen wird bei Weitem nicht ausgeschöpft, so wurden 2021 im Median Bussen von 400 Franken ausgesprochen, obwohl das Gesetz bis zu 20'000 Franken vorsieht. Bei den Veterinärbehörden wird bemängelt, dass sie selbst bei seit Jahren bekannten Tierschutzverstössen erst nach mehreren Kontrollen ohne Verbesserung Strafanzeige erstattet.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare