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Zürcher Gemeinderat will neue Wohnungen beim Stadion Letzigrund

Die Stadt Zürich will beim Stadion Letzigrund 46 Wohnungen bauen. Der Gemeinderat hat dafür am Mittwoch einen Objektkredit von 28,6 Millionen Franken gutgeheissen. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

06.12.2017 / 21:21 / von: ano/sda
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Stadt Zürich (Bild: zuerich.com)

Stadt Zürich (Bild: zuerich.com)

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Die 46 Wohnungen, fünf Gewerberäume und ein Kindergarten mit Hort sollen auf einem knapp 2900 Quadratmeter grossen Grundstück an der Ecke Herdern-/Bullingerstrasse im Quartier Aussersihl entstehen. Das Land befindet sich im Besitz der Stadt und ist Teil eines grösseren Areals. Momentan dient das Grundstück als Parkplatz für die Mitarbeiter des Schlachthofs.

Nun hat der Gemeinderat dem entsprechenden Objektkredit mit 78 zu 21 Stimmen zugestimmt - bei 16 Enthaltungen. Die Befürworter sprachen von einem «guten Projekt» und einer «tollen Siedlung». Die Bevölkerung warte auf günstigen Wohnraum.

Widerstand gab es dafür von der FDP. Die Partei hätte das Grundstück anders genutzt, nämlich für ein Wohnbauprojekt mit privaten Investoren. Zudem ist sie mit den Gewerberäumen nicht glücklich, da sie in dieser Gegend schwierig zu bewirtschaften seien. «Man hätte diese Fläche besser für Wohnraum genutzt», sagte der FDP-Vertreter.

Die SVP enthielt sich der Stimme, da sie zwar die Wohnungen gut findet, die Gewerberäume an diesem Ort hingegen nicht. «In dieser Gegend gibt es beispielsweise bereits viele leere Büroräume», hiess es von Seiten der SVP.

Die Wohnsiedlung «Herdern» sieht ein Haus mit vier Voll- und einem Dachgeschoss vor - mit insgesamt 46 «zeitgemässen» 2 1/2- bis 5 1/2-Wohnungen. Darin sollen 140 bis 145 Personen leben. Das bedeutet einen «sehr tiefen Wohnflächenverbrauch von rund 30 Quadratmeter pro Person».

Im Erdgeschoss sind Ateliers, Gewerberäume und der Kindergarten untergebracht. Dazu kommen 2 1/2-Zimmer-Wohnungen, die sich mit den Gewerbe-/Atelierräumen kombinieren lassen. Die Wohnungen direkt unter dem Dach verfügen über Terrassen.

Wie in städtischen Wohnungen üblich, wird im Interesse einer guten sozialen Durchmischung etwa ein Drittel der Wohnungen subventioniert - in diesem Fall sind das 15 Wohnungen. Eine 4 1/2-Zimmer-Wohnung soll nach heutigen Berechnungen 1785 Franken pro Monat (freitragend) beziehungsweise 1460 Franken (subventioniert) kosten.

Nach dem Ja des Gemeinderats liegt der Ball bei der Zürcher Stimmbevölkerung: Da der Kredit den Betrag von 20 Millionen Franken übersteigt, kommt es zu einer Volksabstimmung. Diese soll im März 2018 erfolgen.

Der Baubeginn ist für Ende 2018 geplant, die ersten Mieter könnten Mitte 2020 einziehen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Damit das Projekt realisiert werden kann, müssen 4 von insgesamt 34 Familiengärten weichen. Weitere 3 bis 4 können während der Bauzeit nur eingeschränkt genutzt werden.

Chancenlos blieb am Mittwoch ein Änderungsantrag von Seiten der Grünen. Sie schlugen vor, die Wohnsiedlung «Herdern» als autoarme Siedlung zu planen. Der Gemeinderat lehnte den Antrag jedoch mit 102 zu 13 Stimmen ab.

Das Projekt sieht vor, auf eine Tiefgarage zu verzichten: Die Bewohner können dafür 18 Parkplätze im nahen Parkhaus Hardau II mieten. Damit sind die Pflichtplätze abgedeckt. Diese Parkplätze sind für die Grünen aber zu weit weg. Für sie ist klar: «Die Mieter der Wohnsiedlung müssen in Zukunft Parkplätze bezahlen, die sie nicht brauchen».

Die Mehrheit des Gemeinderats war hingegen der Meinung, dass wenn es ein falsches Projekt für autoarmes Wohnen gebe, dann sei es dieses. Die Stadt baue zudem nicht neue Parkplätze, sondern nutze bereits bestehende.

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