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Zürcher Jungparteien ziehen wegen Corona-Abstimmungen vor Bundesgericht

Zürcher Gemeinden dürfen wegen der Corona-Pandemie ausnahmsweise eine Urnenabstimmung für ihre Budgetbeschlüsse durchführen. Die Zürcher Jungfreisinnigen und die Junge SVP reichen nun Beschwerde gegen das befristete Gesetz ein, das dieses Vorgehen erlaubt.

01.12.2020 / 11:55 / von: sda/mma
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Der Kantonsrat erlaubt den Gemeinden, ihre Budget-Entscheide an der Urne durchzuführen und auf Gemeindeversammlungen zu verzichten. (Archivbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Der Kantonsrat erlaubt den Gemeinden, ihre Budget-Entscheide an der Urne durchzuführen und auf Gemeindeversammlungen zu verzichten. (Archivbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Die Zürcher Jungfreisinnigen und die Junge SVP wollen gegen die coronabedingten Urnenabstimmungen für Budgetbeschlüsse der Gemeinden vorgehen. Sie haben Beschwerde gegen das befristete Gesetz eingereicht. Dieses Gesetz untergrabe «fundamentale Charakteristiken» der direkten Demokratie in den Gemeinden, teilten die beiden Jungparteien mit. Die politischen Rechte der Bürgerinnen und Bürger würden mit einer Urnenabstimmung verunmöglicht, weil keine Fragen und Anträge gestellt werden könnten.

«Gemeindeversammlungen sind möglich»

Die Durchführung von Gemeindeversammlungen sei ja durchaus möglich. Der Zusatzaufwand für das Schutzkonzept dürfe nun kein Grund sein, dass Gemeinden die Versammlungen an die Urne verlegen. Die Jungparteien fürchten auch ein Präjudiz, also dass auch nach der Corona-Pandemie zunehmend auf Gemeindeversammlungen verzichtet wird.

Deshalb hätten sie gemeinsam Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht. Unzufrieden sind die Jungparteien auch mit der Dringlichkeitsklausel, mit der das Gesetz ausgestattet wurde.

Diese führt dazu, dass das Gesetz bereits eine Woche nach Annahme durch den Kantonsrat in Kraft tritt. Mit ihrer Beschwerde verlangen sie vom Bundesgericht deshalb auch eine aufschiebende Wirkung. Ist das Bundesgericht gleicher Meinung wie die Jungparteien, müssten die Gemeinden auf die Urnenabstimmungen dann per sofort verzichten.

Die ersten Urnenabstimmungen zu Budget und Steuerfuss dürfen wegen verschiedener Fristen aber ohnehin erst Ende Januar 2021 stattfinden. Wie lange das Bundesgericht für seine Urteilsfindung braucht, ist offen.

Genaueres zur Beschwerde - im Beitrag von TELE TOP: 

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