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Zürcher Kantonsangestellte sollen mit dem Zug nach London reisen

Ein Vorstoss im Zürcher Kantonsrat fordert, dass kantonale Angestellte für Reisen häufiger den Zug benützen. Betroffen wären neben Paris etwa auch Brüssel, Berlin oder London. Die Regel soll auch für Professoren und Doktoranden der Universität und der Fachhochschulen gelten.

14.03.2019 / 11:52 / von: mle/sda
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Ein Vorstoss im Zürcher Kantonsrat fordert, dass kantonale Angestellte für Reisen häufiger den Zug benützen. Betroffen wären neben Paris etwa auch Brüssel, Berlin oder London. (Bild: RADIO TOP/Marija Lepir)

Ein Vorstoss im Zürcher Kantonsrat fordert, dass kantonale Angestellte für Reisen häufiger den Zug benützen. Betroffen wären neben Paris etwa auch Brüssel, Berlin oder London. (Bild: RADIO TOP/Marija Lepir)

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Universitäts-Professoren reisen für internationale Konferenzen regelmässig um die halbe Welt. Auch andere kantonale Angestellte reisen für Weiterbildungen, Seminare und Konferenzen immer wieder ins Ausland – zum Teil auch mit dem Flugzeug. Wie häufig das vorkommt, ist nicht bekannt – der Kanton veröffentlicht dazu bisher keine Zahlen. Das soll sich ändern: Die Grünen fordern im Zürcher Kantonsrat, dass der Kanton jährlich Bericht über die Flugreisen seiner Angestellten erstattet.

Daneben sollen kantonale Angestellte für ihre Reisen auch häufiger auf den Zug setzen statt aufs Flugzeug: Für alle Destinationen bis 1‘200 km soll das Flugzeug nur noch in bewilligten Ausnahmefällen zum Zug kommen, fordern die Grünen in ihrem Postulat. Der Initiant David Galeuchet sagt dazu: «Ich erhoffe mir, dass die Kantonsmitarbeitenden eine Vorbildfunktion für die Bevölkerung übernehmen. So wie wir momentan fliegen, kann es in Zukunft nicht weitergehen, wenn wir den Klimawandel verhindern wollen.»

Innerhalb des 1‘200km-Radius liegen etwa Paris, Brüssel oder auch London. Die Zeit im Zug könne auch bestens zum Arbeiten genutzt werden, argumentiert Galeuchet weiter im Interview mit RADIO TOP:

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Vorstoss kommt gut an

Der Vorstoss stösst auch über die Parteigrenzen hinaus auf Zustimmung. Etwa bei Hans-Jakob Boesch, Präsident der FDP des Kantons Zürich. Er begrüsst, dass der Vorstoss kein generelles Verbot fordert, sondern auch Ausnahmen zulässt: «Allein wenn ich die Universität anschaue mit all ihren Konferenzen gehe ich davon aus, dass sehr viel gereist wird. Das ist auch richtig, dieser Austausch soll auch weiter gepflegt werden. Hierbei geht es ja nur um die Wahl des Verkehrsmittels. Und es ist richtig, Alternativen zu Flugreisen zu nutzen, wenn es diese gibt.»

Allerdings brauche es stets eine Abwägung zwischen den ökologischen Faktoren und der Reisezeit, so Boesch weiter.

Für mehr Uneinigkeit sorgt hingegen die Forderung der Grünen, dass der Kanton jährlich Bericht erstatten soll über die Flugreisen seiner Angestellten. Aus Sicht der Grünen würden solche Berichte Transparenz schaffen. Aus Sicht der FDP hingegen würden sie lediglich zu mehr Bürokratie führen.

Ähnliche Vorstösse zu weniger Flugreisen für öffentliche Angestellte sind diese Woche auch auf nationaler Ebene eingereicht worden. Im Kanton Genf besteht eine entsprechende Regelung sogar bereits.

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