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Zürcher Kantonsrat genehmigt Spitalratswahl mit Misstönen

André Zemp, derzeit Direktor des Zürcher Stadtspitals Waid und Triemli, wird neuer Präsident des Spitalrats des Universitätsspitals Zürich (USZ). Serge Gaillard und Jürgen Holm werden Mitglieder des Spitalrats. Der Kantonsrat hat die Wahl am Montag zwar genehmigt, es gab aber auch teils deutliche Kritik.

14.06.2021 / 13:01 / von: sda/mma/mju
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André Zemp wird neuer Präsident des Spitalrats des Universitätsspitals Zürich. Der Kantonsrat hat am Montag seine Wahl, sowie die zweier Mitglieder des Spitalsrats, genehmigt. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

André Zemp wird neuer Präsident des Spitalrats des Universitätsspitals Zürich. Der Kantonsrat hat am Montag seine Wahl, sowie die zweier Mitglieder des Spitalsrats, genehmigt. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Im vergangenen Jahr, als das USZ vom Skandal um Francesco Maisano, dem damaligen Leiter der Klinik für Herzchirurgie, und Missständen an anderen USZ-Kliniken erschüttert wurde, kam es auch im Spitalrat zu Rücktritten. Präsident Martin Waser sowie zwei weitere Mitglieder kündigten ihren Rücktritt auf Ende Juni 2021 an. Der Kantonsrat hat am Montag die Wahl der Nachfolger bestätigt.

Die Wahl eines neuen Spitalratspräsidenten und zwei neuer Mitglieder wurde am Montag im Kantonsrat aber von mehreren Seiten kritisiert. Die GLP und die FDP beantragten, die Wahl von Gaillard und Holm nicht zu genehmigen.

Sie zweifelten zwar nicht an den Fähigkeiten der beiden, waren aber nicht einverstanden damit, dass die zurücktretende Spitalrätin Annette Lenzlinger nicht mit einer Frau ersetzt wird.

Auch die Grünen waren damit nicht zufrieden, und beschlossen Stimmfreigabe für die Genehmigung von Gaillard und Holm. «Wir bringen damit unseren Ärger zum Ausdruck, dass keine Kandidatin vorgeschlagen wird. Im 21. Jahrhundert ist das ein No-Go», sagte Nora Bussmann (Grüne, Zürich).

TELE TOP war bei der hitzigen Diskussion im Kantonsrat dabei:

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Spitalrat soll kein «Altherren-Club» sein

Auch von Lorenz Schmid (Mitte, Männedorf) gab es Kritik am «Altherren-Club», trotzdem empfahl die Partei die Genehmigung der Wahl.

SVP, SP, AL und EVP stellten sich hinter die beiden neuen Spitalräte. Es seien fähige und geeignete Kandidaten, sagte etwa Benjamin Fischer (SVP, Volketswil), der Präsident der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (KSSG), deren Mehrheit die Wahl ebenfalls unterstützte.

Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) wies die Kritik am Auswahlverfahren für die neuen Spitalräte zurück. Der Regierungsrat erachte eine geschlechtermässig ausgewogene Zusammensetzung des Gremiums durchaus als wichtig, es seien auch verschiedene Kandidatinnen eingeladen worden. Letztendlich hätten Gaillard und Holm aber überzeugt.

Auch neuer Präsident umstritten

Die AL sprach sich als einzige Partei gegen die Wahl von André Zemp zum neuen Präsidenten des Spitalrats aus. «Wir brauchen keinen neuen Spitalratspräsidenten, von dem wir nicht wissen, wie lange er im Amt bleiben wird», sagte Kaspar Büttikofer (AL, Zürich). Er kritisierte, dass Zemp seine Tätigkeit als Direktor des Stadtspitals Waid und Triemli bereits nach drei Jahren wieder aufgeben wolle.

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