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Zürich: Geld für Dolmetscher im Stadtspital

Der Zürcher Gemeinderat will in den städtischen Gesundheitsinstitutionen - insbesondere in den Zürcher Spitälern Triemli und Waid - Dolmetscher einsetzen. Die Finanzierung des Dolmetscherdienstes soll von der Stadt garantiert werden.

15.01.2020 / 21:10 / von: sap/sda
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Gibt es hier bald städtische Dolmetscher? Blick in ein Zimmer am Stadtspital Triemli. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Gibt es hier bald städtische Dolmetscher? Blick in ein Zimmer am Stadtspital Triemli. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

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Das Stadtparlament hat am Mittwoch eine entsprechende Motion der AL überwiesen. Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri (GLP) versprach, sich für eine pragmatische Lösung einzusetzen.

Er wolle keinen riesigen Apparat aufbauen. Denn es gebe an sich schon viele Möglichkeiten, bei Bedarf Dolmetscher beizuziehen. Bisweilen könnten auch Spitalmitarbeitende oder Familienmitglieder helfen.

Klar sei, dass Behandlungsfehler aufgrund von Sprachproblemen vermieden werden müssten. Das gehöre zu einem diskriminierungsfreien Zugang zum Gesundheitssystem. Unklar sei vor allem die Finanzierung im ambulanten Bereich, sagte Hauri.

In einem Faktenblatt zur «Finanzierung des interkulturellen Dolmetschens im Gesundheitswesen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP)» vom März 2019 empfiehlt das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG), die Kosten, die zur Durchführung einer zweckmässigen Behandlung erforderlich sind, im stationären Spitalbereich den OKP-pflichtigen Leistungen zuzurechnen und somit in die Berechnung der Fallpauschalen einfliessen zu lassen.

Allerdings legt das BAG die Umsetzung dieser Empfehlung in die Hände der Tarifpartner und gibt zu bedenken, dass für die Bezahlung der interkulturellen Übersetzungs- und Dolmetscherdienst-Leistungen (IÜDD) im ambulanten Setting nicht einmal eine Tarifposition existiert.

Gerade deshalb sei die Errichtung und finanzielle Sicherung einer tragfähigen IÜDD-Struktur in der Stadt Zürich dringend, befand die Ratsmehrheit. Einzig SVP und FDP waren dagegen. Das bestehende System funktioniere ja. Die Motion wurde mit 81 zu 35 Stimmen an den Stadtrat überwiesen.

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