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acrevis invest: Schwankungen beim Erdölpreis sind nichts Aussergewöhnliches

Starke Preisschwankungen auf dem Erdölmarkt und mögliche Auswirkungen – unter anderem darüber spricht Stefan Nägeli im acrevis invest mit Roman Müller, Teamleiter Anlagekunden bei der acrevis Bank Wil.

20.09.2019 / 16:55 / von: sbo
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Der erste Handelstag dieser Woche stand ganz im Zeichen des starken Erdölpreisanstiegs. Was waren die Auslöser?

Der Preis für Erdöl der Sorte Brent stieg am Montag zeitweise um bis zu 20%. Verantwortlich für diesen starken Anstieg waren Drohnenangriffe auf Erdölanlagen in Saudi-Arabien. Auf einen Schlag ist rund die Hälfte des Produktionsvolumens des grössten Exporteurs der Welt vom Markt verschwunden. Betroffen war der staatliche Ölbetreiber Aramco, der ausserdem kurz vor einem Börsengang steht.

Wie gross ist der Einfluss des Erdölpreises auf die Schweizer Unternehmen?

Erdöl spielt vor allem als Grundstoff für die Chemie- und Industrieunternehmen eine Rolle. Sika beispielsweise kauft u.a. Kunstharz und PVC ein, deren Ausgangsbasis ebenfalls Erdöl ist. Die grosse Frage wird sein, ob die Unternehmen höhere Rohmaterialpreise an die Kunden weitergeben können. Wir glauben, dass Unternehmen wie Sika aufgrund Ihrer Marktposition fähig sind, dies zu tun.

Sind aufkommende Ängste um einen Ölpreis-Schock für die Welt-Wirtschaft begründet?

Stärkere Schwankungen beim Erdölpreis sind in der längerfristigen Betrachtung nichts Aussergewöhnliches und kommen immer wieder vor. Für Entspannung sorgte Mitte der Woche die Aussage aus Saudi-Arabien, dass die Ölproduktion bereits Ende September wieder auf Normallevel sein wird. Ausserdem könnten andere Fördernationen in die Bresche springen und den Ausfall mittelfristig kompensieren. Dieser Vorfall zeigt aber einmal mehr, wie stark die geopolitischen Risiken in dieser Region angestiegen sind und wie nervös die Anleger auf solche Ereignisse reagieren.

Noch ein anderes Thema: Nach den Leitzinssenkungen in Europa wurden mit Interesse die Entscheide aus den USA und gestern die Lage-Einschätzung der SNB erwartet. Was kam da heraus?

Das FED hat die Leitzinsen in den USA wie erwartet um 1/4% gesenkt und lässt Raum für weitere Zinssenkungen. Die Schweizerische Nationalbank hat zwar ihre Wachstums- und Inflationsprognosen nach unten korrigiert. Anders als die EZB und das FED veranlasst sie dies noch nicht zu weiteren Zinssenkungen. Somit bleibt der Zins für Sichteinlagen weiter bei -0.75%. Die SNB wird bei Bedarf aber weiterhin aktiv am Devisenmarkt intervenieren, um der hohen Bewertung des Schweizer Frankens entgegenzuwirken.

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