Pull down to refresh...
zurück

acrevis invest: «Sturzflug nach euphorischem Wochenstart»

Der «Waffenstillstand» im Handelskonflikt zwischen den USA und China und die nächste weltweite Ausverkaufswelle an den Finanzmärkten stehen im Fokus der heutigen Börsensendung.

07.12.2018 / 16:00 / von: sbo
Seite drucken Kommentare
0

Marco Müller, acrevis Bank im Börsenmagazin mit Stefan Nägeli (Bild: TELE TOP)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Video

Im Interview: Marco Müller, Berater Anlagekunden, acrevis Bank

Der Wochenbeginn war ja geradezu euphorisch - nun stecken die Aktienmärkte bereits wieder mitten im Sturzflug. Wie kommt es zu dem abrupten Stimmungswandel?

Für die gute Stimmung anfangs Woche sorgte der "Waffenstillstand" im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Damit hätte vorerst eine weitere Eskalation im Zollstreit verhindert werden sollen. Bereits ein Tag später war von einer Katerstimmung an den Märkten die Rede. Auslöser für den Stimmungsknick ist die Tatsache, dass kaum Details über die weitere Vorgehensweise in Bezug auf die Handelsstreitigkeiten der beiden Grossmächte bekannt wurde und dass 90 Tage nicht sehr viel Zeit seien, um eine Einigung zu erzielen. Offensichtlich versuchen die Präsidenten nur den Ball flach zu halten.

An sich wäre das ja also kein Grund für den weiteren Kurszerfall, oder? Dieser Handelskonflikt besteht nun ja schon länger.

Neu dazugekommen ist noch die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Kanada aufgrund eines Haftbefehls aus den USA. Die Furcht vor einer erneuten Eskalation ist somit zusätzlich geschürt - nun auch noch auf der allfälligen Ebene der Spionage zwischen den Ländern. Generell zu Verunsicherung führte die teilweise inverse Zinskurve bei den US-Zinsen. Die Unsicherheitsfaktoren Brexit und Italien-Haushalt belasten ebenso.

Wie lange geht das noch so weiter? Bislang hat sich ein Einstieg in Aktien noch nicht gelohnt, oder?

Wir müssen hier die kurz- und langfristige Betrachtungsweise auseinanderhalten. Kurzfristig mag es durchaus aussehen, dass zu früh gekauft wurde. Werden Qualitätsaktien gekauft, die eine gute Marktstellung haben und gleichzeitig gut finanziert sind, dann wird sich schon bald wieder Erfolg einstellen. Aktuell fehlt noch die Initialzündung wie es eben eine Entspannung in der Handelspolitik sein könnte. Plötzlich kann es schnell gehen und dann riskiert man den Einstieg zu verpassen.

Haben Sie noch etwas Spezielles aus der Region zu berichten?

Implenia hat zum zweiten Mal innert Kürze die Erwartungen zurückgeschraubt und nun auch noch Abschreibungen bei der internationalen Ausrichtung vorgenommen. Eine Kurshalbierung war die Folge. Der Führungswechsel könnte Grund sein, dass man unbelastet in die neue Zukunft gehen möchte. Grundsätzlich ein gutes Zeichen - aber wir warten mindestens noch erste Anzeichen der Besserung ab. Es eilt nicht.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare