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«Neue Apple-Produkte könnten Zugewinne von Schweizer Lieferanten zur Folge haben»

Das «acrevis invest» vom 14. September 2018. Marco Müller mit den neusten Einschätzungen zur europäischen Zentralbank und skeptischen Kommentaren gegenüber der Chip- und Halbleiterbranche.

14.09.2018 / 16:00 / von: sbo
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Im Interview: Marco Müller, Berater Anlagekunden, acrevis Bank AG

Für diese Woche schien es eher ruhig in Sachen Handelskonflikte. Dafür interessierten vielmehr die neusten Einschätzungen der Europäischen Zentralbank. Welche Botschaften nehmen Sie für sich heraus?

Der EZB-Chef sieht Gefahren für den Aufschwung in der Eurozone. Das grösste Risiko und somit das grösste Hindernis auf dem Weg zur geldpolitischen Straffung liege in den Handelsstreitigkeiten weltweit. Eine geringere Bedeutung spricht Draghi den heftigen Kursverlusten bei Währungen einiger Schwellenländer zu. Trotz dieser Gefahren reduziert die EZB wie im Juni angekündigt ihre monatlichen Anleihenkäufe ab Oktober und plant das Ende des QE-Programms auf Ende Jahr. Die Zinsen liessen die Notenbanker wie erwartet unverändert. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Und das wird er auch noch länger bleiben.

Gross waren diese Woche die Schwankungen im Technologiebereich. Goldman Sachs äusserte in einer Studie Bedenken für das weitere Wachstum bei den Chip- und Halbleiterherstellern. Teilen Sie die Meinung?

Es folgten verschiedene Signale: während die Präsentation neuer Apple-Produkte recht positiv aufgenommen wurde, könnten hier Zugewinne bei deren Lieferanten folgen. Das gilt in der Schweiz zum Beispiel für Logitech - einem Anbieter von Peripheriegeräten. Andererseits stellt sich die Frage nach Überkapazitäten im Bereich der Halbleiterproduktion. Hier fielen grosse Kursverluste z.B. bei VAT, Inficon und u-Blox auf. In diesem Bereich kann es sein, dass nur einzelne Nischenanbieter überdurchschnittlich profitieren können.

Gab es diese Woche auch Unternehmensnews aus der Schweiz?

Ja, Novartis gab weitere Details zur Abspaltung der Augensparte Alcon bekannt. Dieses Bestreben dürfte für weiter feste Kursnotierungen sorgen. Noch stärker reagierten die Aktien von Aryzta. Der Kurs schoss nach der Ankündigung, dass die Kapitalerhöhung weiter vorwärts kommt, in die Höhe. Allerdings bleiben für uns weiterhin viele Fragen zum weiteren Geschäftsverlauf offen und ein Einstieg bleibt hoch riskant.

Was für wichtige Meldungen erwarten Sie nächste Woche?

Nebst dem Umstand, dass es unternehmensseitig noch einen Moment ruhig bleiben dürfte, erwarte ich erste Einschätzungen zu den Schäden durch Hurrican "Florence". Die Unwettersaison in den USA ist gestartet, momentan deutet aber noch nicht viel auf böse Überraschungen.

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