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Illegale Medikamententests an der psychiatrischen Klinik Wil

In den 1970er-Jahren sind in Wil offenbar Schizophrenie-Patienten mit nicht zugelassenen Medikamenten behandelt worden. Der Fall reiht sich in eine Folge von ähnlichen Medikamententests an Menschen in der Schweiz ein.

18.01.2018 / 12:00 / von: sfa/vdi
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Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil. (Bild: psgn.ch)

Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil. (Bild: psgn.ch)

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Auch an der psychiatrischen Klinik in Wil sind offenbar nicht zugelassene Medikamente an Menschen getestet worden. Das zeigen Recherchen von «Schweiz aktuell» und dem «St.Galler Tagblatt». Konkret sei 60 Schizophrenie-Patienten in den 1970er-Jahren das nicht zugelassene Medikament Bromperidol verabreicht worden.

Noch ist unklar, ob die Patienten darüber informiert waren, dass ihnen nicht zugelassene Medikamente verabreicht wurden. Die Patientenakten sind diesbezüglich offenbar unvollständig. Barbara Züst, Geschäftsführerin der Schweizerischen Stiftung für Patientenschutz SPO, ist nicht überrascht über das Vorgehen der Ärzte: «Früher hatten Patienten keine Rechte. Ausserdem waren psychisch erkrankte Patienten nicht mündig.» Erst 1980 wurden die Rechte der Patienten in der Spital-Verordnung festgehalten. 

Im Beitrag von RADIO TOP erzählt Barbara Züst, dass jedoch die Verjährung ein Problem in solchen Fällen ist: 

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Unklar ist ebenfalls, inwiefern das St.Galler Gesundheitsdepartement über die Medikamententests informiert war. Das zuständige Departement will dies nun klären und denn Fall wenn nötig aufarbeiten.

Ähnliche Fälle von illegalen Medikamententests an Menschen in der Schweiz sind bereits in der Vergangenheit ans Licht gekommen, unter anderem in der Klinik Münstleringen im Kanton Thurgau oder in der Zürcher Klinik Burghölzli. Schweizweit waren mindestens 4‘000 Menschen Opfer der illegalen Medikamententests.

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